Erfahrungsbericht zur Wohnkabine (Exploryx)

Überblick

Die Kabine ist in allen Belangen professionell verbaut. Es wurden hochwertige Materialien und Geräte verwendet, die zuverlässig und langlebig arbeiten. Wir sind nach 2 Jahren Reisezeit, in der wir als Nutzer zwangsläufig für Abnutzung sorgen, rundum zufrieden. Und wir gelten gemeinhin als kritische Menschen: „Nicht geschimpft, ist schon gelobt.“ Vor allem von der Ausbau-Qualität der Kabine sind wir mit jedem Tag mehr überzeugt, denn man merkt, was man alles hätte falsch machen können und was stattdessen mit viel Erfahrung und Präzision im Detail richtig gemacht wurde. Kompliment an eine ebenso wohnliche wie zuverlässige, stabile und vor allem top isolierte Kabine. In Nächten mit minus -10 °C und Sturm liegt in der Kabine die Temperatur ohne Heizung morgens bei plus + 10°C.

Bilder gesammelt am Ende dieses Beitrags.

Übersicht nach Kilometerstand

Defekte und Reparaturen Kabine und Anbauten:
0 km: Befüllung des Wassertanks undicht -> repariert auf Kulanz durch Exploryx
8000 km: Tischplattenfurnier löst sich, Tischfuss senkt sich selbständig -> repariert auf Kulanz durch Exploryx
22000 km: Stromfluss von Aufbaubatterie zum Fahrzeug bei abgeklemmter Fahrzeugbatterie, dadurch Aufbaubatterie nach 2 Monaten Standzeit leer -> bislang nicht weiter verfolgt, da das Fahrzeug ja immer rollt; vermutlich ist das die Ursache für das Ableben der Batterie nach 70000 km (siehe unten)
32000 km: Standfuß des Hubtisch wird wackelig -> Reparatur durch Verkeilen bei 53000 km
40000 km: Schubladenverschluss von Kühlbox und einer Schublade gebrochen wegen mehrfachen Aufgehens während der Fahrt und Aufprall -> Verschluss ausgetauscht und zusätzliche Schubladensicherung eingebaut
Tankanzeige Zusatztank defekt -> bislang nicht repariert
44000 km: Hintere Schmutzfangbefestigung an der Verblendung des Zusatztanks auf der Fahrerseite gebrochen (dünnes Blech) -> Verblendungsblech mit Winkel verstärkt und 2-fach neu verschraubt
48000 und 49500 km: Sicherung der Solaranlagensteuerung durchgebrannt -> Ursache unbekannt, neue Sicherung eingesetzt
52500 km: Sicherung der Solaranlagensteuerung samt Sicherungshalter verschmort -> Kabel gekappt und mit neuem Sicherungshalter und neuer Sicherung mit 40 A (statt 30A) verbaut. Seitdem ist das Problem nicht wieder aufgetreten.
70000 km: Die Falle des Türschlosses der Kabinentür ist verbogen, so dass die Tür etwas Spiel hat, wenn man nicht absperrt. Ursache ist vermutlich zu heftiges Zuschlagen der Tür, z.B. bei starkem Wind -> bislang nicht repariert
70000 km: Die Silikonfuge zwischen der Thetford Kassettentoilette und der GFK Wand wird rissig -> Eine neue Silikonschicht hat nicht gehalten, da vermutlich der dünne Kunststoff der Thetford zu viel Bewegung/Spiel hat, also haben wir mit einem Dichtungsband versucht, die Fuge wieder zu verschließen
70000 km: Die 220 Ah Victron Energy AGM Batterie zeigt massiven Kapazitätsverlust -> Umstellung auf 3 x 100 AH Battleborn Lithium Batterien mit eingebautem BMS (ca 2.300 EUR)
90000 km: Spanplatte an der Lehne der Hecksitzgruppe quillt an einer Ecke stark und an 2 weiteren Ecken leicht auf. Abdeckung mit Silikon war nutzlos. An drei weiteren Stellen (Fensterrahmen, Eingangstür, Leiste im Alkoven) blättert weiße Farbe von Holzbauteilen am Anschluss an die GFK-Wand ab -> ist zu gegebener Zeit durch Abschleifen und Streichen behebbar und als Winzigkeit zu werten

Technik: Solaranlage und Batterie

Eine 220 Ah AGM Batterie und 330 W Leistung der Solar-Paneele passen in unserem Ausbaumodell mit Kühlschrank und Kühltruhe gut zusammen. Mit beiden Abnehmern benötigen wir nachts ca. 15-20 % der Batteriekapazität. Laptopbetrieb oder Laden von Kameras, Batterien etc. kosten im Mittel nochmals 10 %. Das lässt sich mit der Solaranlage gut bedienen, auch an kurzen, sonnigen Wintertagen. Bei bedecktem Himmel liefert die Solaranlage meist noch 5-10 A Ladestrom (je nach Bedeckungsgrad), womit wir den Tagesbedarf gut abdecken, aber die Ladung des nächtlichen Verlusts ist dann geringer. Ab ca 90 % Ladekapazität regelt der Solarregler den Ladefluss auf 3-4 A herunter und geht ab Volladung in einen Erhaltungsladungzustand. Somit steht mehr Sonnenenergie für aktuelle Verbraucher zur Verfügung. Bester Zeitpunkt zum Laden von Laptops, Akkus etc. ist während der Fahrtstrecken über die Motorladung, nach 1-2 Stunden ist dann die Batterie wieder voll geladen. Eng könnte es also bei wolkigem Wetter und längeren Standzeiten werden. Statt einer weiteren Batterie ist es aber sicherlich sinnvoll, einen Generator einzusetzen. Den haben wir dabei, aber noch nie benötigt. In den letzten 250 Tagen haben wir keinen externen Stromanschluss benutzt und keine Tiefentladung unter 40 % erzeugt.

Wir haben drei Mal aus unerfindlichen Gründen die Sicherung unserer Solarreglers über Nacht eingebüßt, beim dritten Mal ist die Sicherung so sehr verschmort, dass sie mit dem Steckteil verschmolzen ist. Mal sehen, ob wir die Ursache und eine Lösung finden.

Wir haben leider auch bei abgeklemmter Fahrzeugbatterie Strom im Fahrzeug, der aus der Aufbaubatterie kommen muss. Eigentlich sollte in dieser Richtung kein Strom fließen?

Update nach 95000 km und 620 Nutzungstagen: Umstellung von AGM- auf Lithium-Batterie

Nach 450 Nutzungstagen haben wir unsere 220 AH Victron Energy AGM Batterie in den USA gegen 3 x 100 Ah Battleborn Lithium Batterien getauscht. Der Austausch wurde notwendig, da die AGM Batterie deutliche Kapazitätseinbußen zeigte. Dies war daran erkennbar, dass die Ladestandanzeige plötzlich von 70% auf 20% abfiel. Beim Laden reduzierte sich der Ladestrom bereits bei 45 % Ladestandanzeige wieder auf den Erhaltungsladezustand und sprang dann von 50 % auf 100 %. Ursache für die frühzeitige (unter 2 Jahre) Alterung der Batterie war vermutlich eine zweimonatige Storage-Zeit in den USA indoor, in der die Camper-Batterie vom Iveco leer gezogen wurde (siehe oben). Um dies zu vermeiden, hatten wir den Trennschalter im Fahrerhaus aktiviert, es gab aber offenbar trotzdem einen Stromfluss.

Die Lithiumbatterien haben den Vorteil, dass man sie bis 20 % entladen kann. Somit haben wir mit den 300 Ah mehr als doppelt so viel nutzbare Kapazität (240 Ah nutzbar bei Entladung bis 20%), wie mit den vorherigen 220 Ah (110 Ah nutzbar bei Entladung bis 50 %) aus der AGM Batterie.

Die Batterien der Firma Battleborn haben ein eingebautes BMS = Betriebs-Management-System, das die Lithiumbatterie vor Über- und Unterspannung, Kurzschluss, Überhitzung und Ladung bei zu geringer Temperatur schützt. Man kann sie also im Plug-and-Play-Verfahren gegen die AGM Batterien austauschen und muss nur die Ladekennlinien der Laderegler (Solarregler, B2B und Außenstrom) mittels der meist vorhandenen Dip-Schalter auf die Lithium Batterie umstellen.
Eine Herausforderung könnte noch das sichere Verbauen der Batterien werden, da die Abmessungen sicherlich von der ursprünglichen Batterien abweichen und man zusätzlich jede der neuen Batterien mit einem gleich langen Batteriekabel am Verteilerbolzen anschließen muss. Wir konnten die Batterien nicht am ursprünglichen Einbauort verbauen, haben aber nebenan einen guten Platz in unserem „Keller“ gefunden. Unser Victron-Energy Inverter hat einen Temperatursensor. Dieser muss beim Umbau an einen Massepol direkt an einer der drei Batterien angeschlossen werden und nicht am Verteilerbolzen, wo alle drei Batterien zusammengeführt werden. Preislich sind die Lithium Batterien in den USA günstiger als in Deutschland (Stand: 2019). Wir haben 3 x 900 $ für Batterien inkl. der Batteriekabel bezahlt.

Technik: Heizung

Die Webasto Dieselheizung funktioniert in Zusammenarbeit mit dem Exploryx Höhenkitt bislang gut, wenn wir sie auch wegen der guten Kabine nur selten benötigen. Der Luftstrom erreicht die entfernteren Ausströmöffnungen im Alkoven allerdings stark reduziert, was auf die Aufheizung der Kabine kaum Auswirkung hat, jedoch überhaupt nicht zum Abtrocknen von Feuchtigkeit unter der Matratze nutzt. Der Höhenkitt klackert recht deutlich während der Arbeit.

Update nach ca. 60.000 km: Sehr lästig ist das Wasser-Ablassen der Heizung, wenn die Wassertemperatur in der Heizung unter +5°C fällt und man den Frostschutz am Webasto-Regler nicht angestellt hat, sondern die Heizung in der Kabine auf ca. 12°C gestellt hat. Die Kabine ist so gut isoliert, dass die Innentemperatur sehr langsam sinkt und somit die Heizung nicht oder erst am frühen Morgen anspringt. Die im „Keller“ verbaute Heizung liegt zwar etwas kühler als die Wohnkabine, jedoch ist man zum Zeitpunkt der Öffnung des Ventils noch weit vom Einfrieren entfernt. Durch das Öffnen des Entwässerungsventils verliert man den Inhalt des Boilers an Trinkwasser. Die Wasserpumpe springt an, um den sich entleerenden Boiler wieder zu füllen. Also muss man die Wasserpumpe abschalten, um nicht den ganzen Tank über den Boiler zu entleeren. Das Entwässerungsventil bleibt für 90 Minuten geöffnet, was bedeutet, dass man in dieser Zeit kein Wasser zur Verfügung hat.

Wir haben gefragt, ob dieser Automatismus abschaltbar ist? Nein…

Die Kabine lässt sich mit den Seitenfenstern, der Einstiegstür und der Dachluke gut lüften, wobei alle 3 Möglichkeiten wichtig sind. Die Aufheizung über die Dachluke ist unseres Erachtens gegenüber der Lüftungsmöglichkeit untergeordnet, v.a. bei geschlossenem Sonnenschutz. Allerdings sind wir bislang in den USA und Canada in Klimazonen unterwegs, in denen wir eher mit Frost und Schnee als mit Überhitzung zu tun haben.

Im Alkoven haben wir bei niedriger Außentemperatur Probleme mit Feuchtigkeit unter der Matratze, was an der Größe der Matratze und am Material der Matratze liegen kann. Allerdings scheint es uns auch mit 5 cm Lüftungsschlitzen vorne unmöglich, die Matratze von unten trocken zu bekommen. Wir haben uns mit 2 Gurten mit Schlaufen beholfen, mit denen wir die Matratze einrollen und somit großflächig belüften. Eine denkbare Alternative wäre eine geteilte Matratze, wo immer eine Hälfte des Bettes freiliegen kann.

Update nach 95000 km und 620 Nutzungstagen: Danke für den Tipp, dass man eine Matratzenauflage gegen Inkontinenz auflegt, damit die Körperfeuchtigkeit nicht durch die Matratze nach unten durchdringt. Wir haben, zusätzlich zu den Alumatten, die bereits seit Anbeginn flächendeckend im Alkoven liegen, vor rund einem Jahr eine Inkontinenz-Auflage gekauft und im Einsatz. Leider konnten wir keine Verbesserung unter der Matratze feststellen. Wir denken daher, dass die Ursache für die Feuchtigkeitsbildung auf der Matratzen-Unterseite zum einen gar nicht von uns selbst im Schlaf herrührt, sondern dass sich die allgemeine Luftfeuchte (z.B. beim Kochen) im Alkoven niederschlägt. Und dies wiederum kommt daher, dass wir im Alkoven auf einer Außenwand schlafen, die sich nachts abkühlt und die Feuchtigkeit unter der Matratze hier kondensiert. Wir verwenden überdies einen sehr dicken Matratzenüberzug, der Luftfeuchte aufsaugt wie ein Schwamm, daher Tipp: möglichst dünnen Matratzenüberzug einsetzen. Es würde nur eine gute Belüftung helfen, die vorgesehenen Durchlässe im Bettrahmen genügen dafür leider nicht. Auch der Heizungsschlauch, der rund um die Schlafkoje verlegt ist, hilft nicht. Im Gegenteil, er saugt nur selbst Feuchtigkeit auf und speichert sie. Wir erwägen, den Heizschlauch zu entfernen. Weitere, bisherige Lösung: Regelmäßiges Zusammenrollen der Matratze und/oder Ventilatorbelüftung zum Trocknen.

Technik: Steuerungen

Das Philippi Bedienpanel funktioniert mit Stand 95.000 Kilometer einwandfrei. Manchmal weicht die Ladestandanzeige im Bedienpanel von der der tatsächlichen Batterieladung ab (vermutlich bei recht tiefer Entladung bis 50-60% und anschließender überwiegender Ladung durch Solaranlage). Dann muss man neu synchronisieren: Unterbrechen des Kontakts zur Ladestandanzeige, z.B. durch Abklemmen der Batterie. 10-20 Sekunden abgeklemmt lassen. Wieder anklemmen. Ladestandanzeige meldet den alten Stand, aber auch, dass die Anzeige nicht synchron ist. Jetzt über das Schraubenschlüsselsymbol im Display des Philippi zur Batterie gehen und die Kapazität ändern, z.B von 220 AH auf 219 AH. Den Einstellmodus verlassen und die Batterie zeigt nahe 100% an. Jetzt nur noch die Kapazität wieder auf den richtigen Wert ändern und fertig.

Die Wasserstandanzeige schwankt je nach Neigung des Fahrzeugs erheblich und gibt eigentlich keinen verlässlichen Füllstand wider. Kann man den Fühler mittig im Tank einbauen? Dann wären die Schwankungen geringer.

Den Wechselrichter benutzen wir täglich, die Leistung ist mit 1200 W unserer bisherigen Erfahrung nach völlig ausreichend. Bislang gibt es keine Mängel. Viel praktischer für die Bedienung wäre allerdings, wenn die Steuerung des Wechselrichters nicht im Fußraum unter dem Tisch wäre, sondern oben im Technikschrank beim Philippi Bedienpanel.

Wohnen: Fenster

Die KCT Fenster sind ihr teures Geld wert: gut wärmeisolierend, gut schallisolierend, stabile Rollos, gutes Mückennetz (lässt aber Winzlinge durch), guter Einbruchsschutz, guter Schließmechanismus. Schade ist nur, dass das Fenster im geöffneten Zustand mittig in der Öffnung steht und man nicht so gut rausgucken oder rausfotografieren kann.

Wohnen: Dusche & Toilette

Die Dusche/Toilette im Eingangsbereich würden wir sofort wieder so bauen: Sicherheit durch zwei Eingangstüren, einfache Lüftung der Dusche. Die Doppel-Lösung zeigt im kalten Sturm einen weiteren Vorteil: Wenn der Wind gegen die Eingangstür drückt, die naturgemäß nicht 100 %-ig winddicht ist, wirkt die Nasszelle als Windfang. In der Dusche ist es deutlich kälter als im Wohnraum. Die Funktion der „Schmutzschleuse“ funktioniert v.a. mit Hund hervorragend. Der fehlende Tiefeinstieg wäre für viele Nutzer vermutlich ein No-go, aber für uns funktioniert die Treppen-Lösung prima. Wir kommen mit der Treppe sehr gut zurecht, auch wenn man auf seine Schritte aufpassen muss, um nicht daneben zu treten und abzustürzen. Unsere ältere Hündin hat mit der Treppe allerdings zunehmend Probleme und wir müssen sie führen.

Man könnte die Nutzbarkeit der Eingangsbad-Lösung noch verbessern, indem man die Innentür als Schiebetür oder 2-fach-Falttür bauen würde, auch wenn hier die Gefahr von Geklapper größer wäre. Dann hat man mehr Platz zum Öffnen der Tür und könnte die Dusche sogar noch etwas kleiner bauen, denn bei uns ist sie jetzt sehr üppig. Eine 2 cm höhere Schwelle der Innentür wäre auch hilfreich, dann würde man die Tür über die Zehen hinweg öffnen können.

Update nach ca. 55.000 km: Inzwischen würden wir den Einbau einer Komposttoilette (z.B. Natures Head oder C-Head) gegenüber der Kassettentoilette von Thetford deutlich bevorzugen. Sie müsste seltener geleert werden und ganz geruchslos bekommt man trotz täglichem Reinigen die Thetford leider nicht hin.

Wohnen: Sitzgruppe

Die gewählte Hecksitzgruppe bewährt sich und ist sehr bequem, da man die Beine hochlegen und in den unterschiedlichsten Positionen sitzen kann. Außerdem hat man einen sehr guten Rundumblick. Gerade in nicht so gutem Klima nutzt man diesen doch sehr intensiv. Wegen der 140 cm breiten Bank hat die umlaufende Sitzfläche einen Vorteil gegenüber der Seitensitzgruppe im Standardgrundriss: Die Klappen zum Stauraum unter dem Tisch könnte man vielleicht für einen besseren Zugang statt 2 x seitlich 1 x von vorne bauen, v.a. weil wir den Tischfuß ganz nach hinten versetzt haben. Aber das ist wirklich eine Kleinigkeit.

Als eines der wenigen, negativen Elemente müssen wir den Standfuß des Hubtischs (Ergosystem) aufführen. Gleich zu Beginn hatte er das Problem, dass er sich selbständig absenkte und nicht festzustellen war, was noch vor Reisestart repariert wurde. Aber der Fuß ist inzwischen aufgrund von immer breiteren Abständen zwischen den drei Auszugssäulen so wackelig geworden, dass wir ihn verkeilt haben. Die Aussage des Herstellers, dass das kein Gewährleistungsfall sei und man nichts justieren oder nachziehen kann, ist weder kulant noch hilfreich. Da gibt es sicherlich bessere Lösungen.

Update nach 95000 km und 620 Nutzungstagen: Die Keile im Tischfuß lockern sich zwar während der Fahrt. Bei Stand drücken wir sie per Hand wieder fest und somit ist der Tisch einigermaßen stabil.

Wohnen: Durchstieg zur Fahrerkabine

Den abschließbaren Durchstieg zur Fahrerkabine nutzen wir sehr oft! Zudem fahren wir meist mit offener Durchstiegstür, da man dann mitbekommt, wenn in der Kabine etwas passiert, zumal unsere Hündin hinten fährt. Außerdem kann man die Kabine gut während der Fahrt mit der Fahrerkabinen-Heizung mitheizen oder -kühlen. Der Balg im Zwischenraum ist gut und praktisch staubdicht. Die zusätzliche Geräuschentwicklung empfinden wir als unerheblich.

Wohnen: Küche

Die Verarbeitung aller Möbel ist top! Die Schubladen und Türen laufen und schließen sehr gut. Toll ist auch die einfache Justierung der Schubladenverschlüsse. Die großen und somit schweren Schubladen sind uns am Anfang mehrmals aufgegangen. Hier ist der Schubladenverschluss zu schwach. Nach der Zusatzsicherung haben wir aber damit aber keine Probleme mehr. Evtl. könnte man auch mit 2 Standardverschlüssen arbeiten für diejenigen Schubladen, die mit Kühlbox oder Kochtöpfen/Pfannen richtig schwer sind.

Der 3-flammige CAN Herd ist sehr gut und schnell heizend (deutlich schneller, als der ursprüngliche 2-flammige Smev-Herd), die fehlende Piezo Zündung stört uns nicht. Nachteil: Leider ist der Herd sehr mühsam zu reinigen, da er viele Ränder, Erhebungen und Ecken hat.

Der Smev Backofen ist gut und wir benutzen ihn täglich. Die Backfunktion funktioniert gut, die Grillfunktion lässt sich aber schwierig in Gang setzen.

Der Kissmann Kühlschrank ist schwächer als die Engel Kühlbox, die sehr effizient kühlt, während der Kissmann Kühlschrank bei 30°C schon sehr zu kämpfen hat. Auch vereist das Gefrierfach recht schnell und muss alle 4 Wochen abgetaut werden, da sich dicke Eiskrusten innen wie außen bilden. Das Eisfach ist mit einem Plastikdeckel verschlossen, der von 2 winzigen Plastikstäbchen gehalten wird. Davon ist eines abgebrochen, wohl aufgrund der Eisbildung. Die Engel Kühlbox ist top!

Beim Spülbecken wäre ein Abtropfbecken nebendran hilfreich (wir haben das in einer Bocklet Kabine gesehen) und/oder eine kleine Leiste oder Rinne auf der Arbeitsplatte, damit das Wasser, das zwangsläufig daneben tröpfelt, nicht über die Möbel herunterrinnt, was bei uns der Fall ist.

Die Lösung mit den grauen Boxen im Schrank als „Schubladen“ ist einfach und genial!

Da wir die Gasflasche bei der Fahrt immer verschließen, ist der Zugang von oben aus der Kabine äußerst hilfreich, auch wenn man sich etwas winden muss, um den Durchgriff zu erreichen, was aber z.T. eigene Schuld ist, denn wir nutzen das darüber liegende Staufach natürlich aus.
Die Öffnung der Tür im Technikschrank haben wir umgebaut, damit sie sich von der Sitzgruppe aus öffnen lässt und nicht zur Sitzgruppe hin.

Die Magnethalterung der Einstiegstür/Außentür ist sehr praktisch, außer bei starkem Wind – da ist sie nämlich nicht stark genug. Für diesen Fall ist ein zusätzlicher Haken zur Sicherung der Tür sinnvoll, den wir nachträglich verbaut haben.

Wohnen: Frisch – und Abwasser

Der 300 l Frischwassertank macht uns gut autark. Einen kleineren Tank würden wir nicht haben wollen, auch wenn wir ein vergleichsweise kleines Fahrzeug fahren. Die Befüllung des Wassertanks ist wegen des geringen vertikalen Abstands der Einfüllöffnung gegenüber der Tankoberkante etwas mühsam und erfordert Druck auf der Leitung. Man muss zur Befüllung am besten leicht nach vorn und zur Fahrerseite geneigt parken, was sich aber nicht immer gut realisieren lässt. Hier hilft uns unsere Goldschmitt Luftfederung. Vielleicht könnte man die Befüllungsöffnung 10 oder 20 cm höher einbauen?

Update nach 95000 km und 620 Nutzungstagen: Die Gewichtsverteilung unseres Fahrzeugs ist nicht optimal. Wir sind auf der Vorderachse ca. 100 kg zu leicht und auf der Hinterachse zu schwer, weil sich dort unter anderem die großen Stauräume befinden. Wir haben die hintere Achslast durch Umräumen aller schweren Teile in die Fahrzeugkabine oder die vorderen Schränke zu kompensieren versucht. Einfacher wäre das aber durch den Einbau des Wassertanks nicht genau auf der Hinterachse, sondern etwas weiter vorn zu lösen. Dann wären die hinteren Staufächer besser nutzbar.

Der Abwassertank ist mit 80 l für uns sehr groß und müsste auch nicht unbedingt frostsicher in der Kabine verbaut sein. Beim Entleeren entsteht ein Unterdruck, der den Siphon im Spülbecken leersaugt, wodurch es zu einer unangenehmen Geruchsentwicklung in der Kabine kommt. Nach dem Entleeren des Schmutzwassertanks also unbedingt gleich wieder ein bisschen Wasser übers Waschbecken in den Siphon einfüllen. Evtl. würde das auch in der Dusche passieren, aber die Stöpsel verhindern das Leersaugen der Siphons bisher.

Wohnen: Stauräume

Der Stauraum hinten wurde schon bei der Planung so dimensioniert, dass zwei Fahrräder hineinpassen, indem wir die Aufnahmen der vorderen Gabeln auf Halterungen schrauben.
Die Klappen zum Stauraum sind alle dicht. Staubeintrag findet auf Dirtroads nur über die Öffnung im Boden des Gasfachs statt (Belüftungszwang), hier aber dafür reichlich… Die unteren Stauboxen lassen Staub mit der Zeit durch, was aber zu erwarten ist und man die dort mitgeführten Gegenstände ohnehin in Boxen oder Hüllen packt.
Sonnensegel/Markise
Die an der Seitenwand der Kabine außen angebrachte Airline-Schiene ist bislang höchstens als Wäscheleinenhalterung im Einsatz. Ein anfangs mitgenommenes Sonnensegel liegt inzwischen zu Hause, wir benutzen es nicht. Wir nutzen einfach den Schatten, den die Kabine wirft, wenn wir nicht vollsonnig draußen sitzen möchten. Dieses Verhalten mag aktuell noch dem eher unterkühlten und sehr durchwachsenen Klima in Nordamerika geschuldet sein, aber da wir nicht zu den Campern mit mehreren Tagen Standzeit zählen, sondern eigentlich jeden Abend woanders unsere Campsite aufschlagen, ist das Thema Markise und Co. für uns keins.

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