Sicherheit beim Reisen in den USA

Fühlen wir uns sicher in den USA?

Kaum einer kann es sich verkneifen, uns vor den diversen Abreisen in die USA vor all‘ den Gefahren zu warnen. Unisono natürlich vor den „wilden Tieren“ wie Bär und Wolf, Klapperschlange und Skorpion. Wenn es doch von diesen harmlosen Kreaturen, die glücklich wären, wenn ihnen der Mensch endlich wieder ihr blankes Leben lassen würde, tatsächlich so viel geben würde, dass man ihnen regelmäßig begegnen könnte?! Denn vor Buffalo, Rattlesnake, Moose und Co. haben wir keine Angst, überhaupt keine, wenn wir ihnen mit Vorsicht und Verstand begegnen. Sehr wohl aber schrecken uns menschliche Aktivitäten. Das geht bei den Enduros und ATVs los, die mit hundert Sachen durch die Landschaft brettern. Glücklicherweise hört man sie meist rechtzeitig und kann beim Wandern zur Seite springen. Beim Straßenverkehr geht es weiter, wo laut Aussage diverser Amerikaner, mit denen wir uns unterhalten durften, die Lkw-Fahrer die lebensgefährlichsten sind. Denn sie fahren übermüdet, zugekifft, betrunken oder unter Medikamenten-Einfluss (siehe oben).

Regelmäßig laufen uns kalte Schauer den Rücken runter, wenn wir beim Wandern in der Wildnis auf Jäger treffen. Und da wir im Herbst und Spätherbst unterwegs sind, treffen wir viele Jäger, viel zu viele! Denn diese Jungs sind bis Unterkante Oberlippe bewaffnet. Bislang hat die Devise „keep smiling“ immer geholfen, auch als wir auf dem Weg zum Perseverance Arch (Umgebung Moab, Utah) sind. Mitten im Nichts, kein anderer Hiker weit und breit, kommen uns zwei ältere Männer entgegen, über jeder Schulter ein Gewehr hängend, Pistolen im Halfter, nebst Messern und Rucksack, über dessen weiteren Inhalt ich gar nicht erst nachdenken möchte. Bitte entschuldigen Sie die laienhafte Bezeichnung der Schießgeräte – ich kenne mich mit Waffen nicht aus und will es auch nicht. Uns rutscht im Moment des Anblicks dieser beiden Kriegsmaschinen auf jeden Fall das Herz in die Hose. Hoffentlich nehmen die jetzt keinen Anstoß an uns?! Immer schön freundlich bleiben. Trotz mürrischer Mine ringen sich die beiden einen Gruß ab und wir gehen weiter. Aber nicht, ohne dass ich mich x-Mal umdrehe, bis die Zwei außer Sichtweite sind. Nur zur Sicherheit, damit wir uns nicht eine Kugel in den Rücken einfangen. Echte Schüsse fallen am 16.11. auf einer der Folgereisen. Olancha Hot Spring, Alabama Hills/Owens Valley: ”Gegen Morgen werden die Böen etwas ruhiger, die uns die ganze Nacht wie auf einer Jolle durchgeschüttelt haben. Und mit der Minute, da die Sonne unseren Standplatz erreicht, hört der Wind auf. Doch in die Ruhe und den Frieden ballern aus heiterem Himmel Gewehrschüsse. Wir sind erst ganz starr vor Schreck, vor allem unsere Hündin Trixie. Ohne dass wir ein Auto heranfahren gehört hätten, latschen drei Jäger an der Olancha Hot Spring vorbei und feuern auf die armen Enten, die auf dem Überlauf-Teich gelandet sind. Mörder!“

Eine echte Wildwest-Geschichte, die jedes Klischee über die USA nährt, erleben wir auf unserer ersten Reise nahe Moab: „Wohlgelaunt steigen wir vom Funnel Arch zu unserem Camper ab und fahren die Kane Creek Road weiter Richtung Moab. Alle Parkplätze entlang der Dirt Road sind leer. Seltsam? Kein einziger Mountainbiker, kein 4-Wheeler ist unterwegs. Als H.P. am gegenüberliegenden Ufer den Little Arch noch einmal fotografiert, ruft uns ein Sheriff aus den geöffnetem Fenstern seines Autos zu: „Keep on going!“. Ja, o.k., es ist zwar kein einziges Auto unterwegs, das wir mit unserem Stopp stören könnten, aber machen wir. Des Rätsels Lösung folgt auf dem Fuße: Eine Straßensperre mit zwei Polizeibeamten, einer davon mit einem Maschinengewehr bewaffnet, stoppt uns. Freitagnacht habe es eine Schießerei in Moab gegeben, bei der ein Polizist getötet worden sei. Der Täter sei entlang des Colorado auf der Potash Road geflohen. Die hiesige Uferseite werde mit kontrolliert. Die Beamten möchten einen näheren Blick in unseren Camper werfen. Kein Problem, ich sperre auf, aber mit seiner ganzen Behängung und Bewaffnung kommt der füllige Beamte kaum hinein in unser Zuhause. Hoffentlich löst sich kein Schuss?! Alle Decken werden hochgehoben, die Schränke geöffnet, das Bad sowieso. Keiner drin. Hatten wir auch nicht angenommen… Aber die Moral von der Geschicht‘: Wir haben die letzten zwei Tage unwissend ganz schön gefährlich gelebt. Deshalb war auch außer uns und dem einsamen Zeltenden im Hunter Canyon keine Menschenseele unterwegs, obwohl Wochenende war! Learned today: Nicht nur in Hollywoodfilmen ist Amerika ein gefährliches Pflaster, auch in echt.“ Danach sind tagelang alle Straßen rund um Moab gesperrt und wir müssen viele, dadurch unerreichbare Ziele streichen.

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