Zusammenfassung Overlanding Namibia Juli bis Oktober

Namibia ist echt eine Reise wert – vor allem, wenn man aride Landschaftsformen wie Halb-/Wüsten liebt.  Vor allem im Süden Namibias konnten wir uns gar nicht satt sehen an den bunten Felsformationen, zum Teil mit goldenem Gras bedeckt, zum Teil scheinbar lebensfeindlich – bis eine Oryx-Antilope oder ein Springbock vorbeispaziert, Borstenhörnchen oder Dassies aus ihren Verstecken [ ... ] 

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Video-Clips [Baja California]

Auf einen Blick: Unsere bisherigen Video-Clips zum Durchblättern

Mit einer Drohne und seit kurzem einer GoPro im Gepäck, schneiden wir 2- bis 3-minütige Kurz-Videos zusammen, vor allem die reiche Tierwelt in den USA und auf der Baja California bieten sich dafür geradezu an. Eine erste Auswahl finden Sie im Folgenden.

Delphine /Dolphins am Playa Punta Prieta, Mulegé, Baja California Sur

Durchs türkisgrüne Wasser hindurch gelingen mit der Drohne Aufnahmen einer Delphin-Schule, die einfach nur zum Träumen und Genießen einladen. Eleganz und Leichtigkeit können so simpel sein.

Buckel-Wal / Humpback Whale am Playa Los Lobos, Todos Santos, Baja California Sur

Vom Strand aus bekommt man meist nur den Blas, Rücken oder im besten Fall die Fluke eines Buckelwals zu sehen. Ganz anders, wenn man von oben aus der Vogelperspektive auf den Wal blicken kann, wie er sich fast im Zeitlupentempo in der sandigen Bucht bewegt. Herrliche Aufnahmen eines wundervollen Geschöpfs entstehen, das wie ein Geisterwesen im Wasser wirkt, die wir mit Wal-Gesängen unterlegen können, die zufällig bei ganz anderen Aufnahmen beim Schnorcheln entstehen.

 

Junge Meeres-Schildkröten / Turtles auf dem Weg zum Strand: Release einer Aufzuchtstation, Todos Santos, Baja California Sur

Da die Temperaturen im Winter für den Schlupf von Meeresschilkröten-Gelegen zu niedrig sind, verlegt eine Volunteer-Organisation die Nester in einen Folientunnel. Die Schlüpflinge eines Tages werden am Abend zum Strand gebracht, damit sie zum Meer krabbeln. Ein schönes Erlebnis, die Kleinen bei ihrem Start ins – leider sehr gefährliche – Leben zuzusehen.

Fischschwarm zum Anfassen: Schwimmen inmitten

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USA 2009

Gems of the Southwest – Tour

 

Reiseroute

Bedienung

Suchen Sie Ihre Gegend aus und zoomen Sie in der Karte bis zu Strassenansicht, um unsere Route im Detail zu sehen.
Ein Klick auf das Symbol öffnet Ihnen den Link zu unserem Übernachtungsplatz mit weiteren Informationen zur Tagesetappe. Weiterlesen

Fahrzeuge: Individuelle Lösungen

Die Bandbreite an Fahrzeugen, mit denen Abenteuerlustige um die Welt reisen, ist nahezu unerschöpflich. Die einen tun es mit einem klassischen Wohnmobil oder ausgebauten Kastenwagen, die anderen mit einem kompakten Landcruiser oder tonnenschweren Lkw. Wir sind mit einem Mix aus alledem unterwegs, einer fest verbauten (aber separt gelagerten) Wohnkabine auf dem Chassis eines geländegängigen Iveco Daily 4 x 4. Wer mit einem solchen Gefährt liebäugelt, dem hilft die folgende Liste unserer Ausstattungsmerkmale vielleicht, sein künftiges Weltreisemobil selbst zu entwerfen. Zwischenfazit: Wir sind aktuell mit unserem Willy ausgesprochen und sehr zufrieden!

Ausstattung Kabine

Außenmaße unseres Willy:
Breite 210 cm
Länge 630 cm
Höhe 360 cm

Ausstattung außen:
Ersatzradhalter hinten
Druckluftkompressor
3-Punkt Aufbaulagerung ist auf dem verwindungselastischen Fahrzeugrahmen
zwei Sandbleche
Manuelle Eingangstreppe ohne Tiefeinstieg (da Eingang durch Nasszelle)
Durchgang zum Fahrerhaus mit abschließbarer Tür, verbunden durch flexible Schlauchkonstruktion

Tanks:
Dieselzusatztank 150 l
Frischwassertank 300 l
Abwassertank Unterflur 80 l

Heizung:
Dieselheizung 6 KW Kombigerät zur Warmwasserbereitung mit Höhenkitt

Strom:
Solaranlage 330 Watt Leistung mit 3 Panels á 110 wp, parallel geschaltet
Bordbatterie AGM 12V 220Ah, Platz und Steuerung für eine weitere Batterie
Sinus Wechselrichter 230V/1200Watt

Fenster:
3 KCT-Fenster 120×50 cm über Sitzgruppe, 1 KCT Fenster 92×50 über Küche, 1 KCT Dachhaube im Alkoven jeweils mit Verdunklungsrollo und Insektenschutzrollo
Eingangstüre mit festverglastem Fenster ohne Rollo, z.B. KCT Bullauge
Türverrieglung  durch Drei-Punkt-Verriegelung mit PZ-Schloss

Schlafalkoven:
140 (160) x 200 cm Latexmatratze mit Froli System

Sitzgruppe:
U-Sitzgruppe ca. 140 x 200 cm und Tisch ca. 82 x 82 cm (zum Bett umbaubar)
umlaufende Hängeschränke über Sitzgruppe und Küche

Küche:
Gasbackofen und 3-Flammenherd
möglichst tiefe Spüle mit möglichst hohem Haushaltswasserhahn
Höhe Arbeitsfläche ca. 102 cm
Kühlschrank 130-140 l
Kühlbox ca. 30 Liter

Nasszelle:
Kombinierte Nasszelle mit ca. 195 cm Höhe als Durchgang in Kabine
Tür zwischen Nasszelle und Innenbereich zur Außentür hin zu klappen, damit sie in der offenen Position das WC und die Duscharmatur verschließt
Dusche im Boden versenkt mit zwei Abflüssen (einer zum Abwassertank, einer offen durch Kabinenboden ins Freie), mit Holzrost
Kassettentoilette mit SOG System
Duschbrause warm/kalt über Toilette montiert
Badschrank über Toilette

Unser Entscheidungsprozess

Anbei eine sehr ausführliche Beschreibung (Achtung: langatmig…) über die gedanklichen Prozesse, die wir bei der Wahl des Fahrzeugs und seiner Ausstattung „durchgemacht“ haben.

„Am Donnerstag, 8. Juni 2015, kommen wir um 9:30 Uhr in der Vicinity von Bad Kissingen an, zeitgleich mit allen anderen! Stehen an der Ampel, warten auf den Transferbus, stellen uns in die Ticket-Schlange, um 10:30 Uhr starten wir die Runde auf dem Outdoor-Messegelände. Auf der ich prompt in einen Stand mit den Toyota Landcruisern, kurz „Buschtaxis“ hineingerate und obendrein in die Fänge eines redelustigen Schweizers. Am Ende überlegen wir ernsthaft, ob ein Buschtaxi mit Hubzeltdach zum Schlafen und mit Minimalausstattung an – äußerst robust gebauten –  Schränken nicht eine gute Lösung wäre? Zumal sich auch weitere Personen kritisch gegenüber unserem Favoriten Iveco Daily 4 x 4 äußern: anfälliger Motor, keine Reperaturmöglichkeiten, schlechte Ersatzteillage – und überhaupt natürlich das Konstrukt aus Kabine-auf-Iveco: viel zu groß, viel zu schwer, viel zu hoch! Passt in keinen Schiffscontainer, Roll-on gefährlich, weil Fahrzeuge beschädigt werden und sie Salzwasser ausgesetzt sind. Und so weiter und so weiter. Im Bus kommen wir mit Messebesuchern ins Gespräch, die mit einer Kabine von O… liebäugeln – zum Selbstausbau. Da wir uns in den letzten Wochen schon wieder viel tiefer als wir je vorgehabt haben, in die Thematik eingearbeitet haben und von Wechselrichtern, Waeco-Ladeboostern, Schwallwänden in Frischwassertanks, Wasserfiltern von Seagull, Kühlschränken von Fissmann, Solaranlagen, Correan-Arbeitsplatten und Kassettentoiletten mit SOG-System (fast) so viel wissen, wie die Ausbauer, wäre das doch eine Alternative….? Aber erst geht’s mal weiter: Angebot einholen: Bocklet, Woelke, Alpha-Cab etc. Hier können wir uns lange mit Klaus Vierkotten unterhalten, dem Autor des just gelesenen Buches „Panamericana südwärts“, in einer in ihren Möglichkeiten maximal ausgereizten Kabine auf HRZ 79 von Alpha-Cab. Ergebnis: Viele Denkansätze, unter anderem, sich die Entscheidung nicht zu kompliziert zu machen (dabei hat K. Vierkotten vor dem Bau ein Modell seiner künftigen Kabine angefertigt, um sie besser zu visualisieren…). Aber wir horchen bei dem Rat natürlich auf, denn Akribie und Über-Planung sind unsere bekannten Schwachstellen.

Die Rückfahrt enthält entsprechend viel Gesprächsstoff, bis wir um 23:30 Uhr zu Hause ankommen. Freitag und Samstag schwelen die Abwägungen, was denn nun das vermeintlich „Beste“ für uns sei. Hin und her, rum und rauf, rein und raus. Am Samstag sind wir so weit, die große Iveco-Kabine zu kippen – und uns einem Toyota Landcruiser mit Kabine zu widmen. Also nicht das Mini-Buschtaxi und nicht der Riesen-Aufbau, die goldene Mitte eben. Dafür kommt Bimobil erneut ins Spiel, da sich deren Kabinen samt und sonders als die wohnlichsten und gemütlichsten herausgestellt haben, auch im Messevergleich, auch und vor allem bei den Pickup-Kabinen. Wir drehen uns im Kreis, Ringelreigen.

Der Ausweg: Wir machen eine Prioritätenliste. Was ist uns am Wichtigsten, was verzichtba? Wir eruieren die Prioritäten-Reihenfolge:
1. Autarkie
2. Reparierbarkeit
3. Geländegängigkeit
3. Wohnlichkeit
4. Preis

Die Umsetzung, die daraus folgt: entweder Toyota-Kabine oder Mercedes Sprinter mit Igelhaut/Achleitner/Oberaigner-4×4 Ausbau. Aber ist der Toyo nicht viel zu klein, weil kleiner als unser Lance in den USA. Wie funktioniert der Umbau zum 4 x 4 bei Mercedes logistisch überhaupt? Hundert neue Fragen. Bis wir kleinlaut in Erwägung ziehen: Fahren wir morgen nochmal nach Bad Kissingen? Denn alle Infos auf einem Fleck bekommen wir so schnell nicht wieder… Wir stellen den Wecker auf 5:30 Uhr und wollen die Nacht darüber schlafen. Aber natürlich fahren wir am Sonntag los. Und sind diesmal schon um kurz nach 9 Uhr in Bad Kissingen, um ohne jedwede Hürde auf dem Messegelände anzukommen. Die Infos bei Igelhaut und Oberaigner sind als Erstes eingeholt. Entweder 4 oder 12 Wochen Wartezeit, Auto muss ab Werk bestimmte Vorkriterien erfüllen (Code-Nummern), alles ist machbar, alles natürlich super. Kostenpunkt: nach Umbau gleich mit Iveco ab Werk. Was als Positivum sticht, ist das dichte Werkstättennetz von Mercedes, die weltweite Verfügbarkeit von Ersatzteilen, die gute Qualität mit höherer Kilometerleistung etc. Wir gehen zu Bimobil und „wohnen Probe“ in den Kabinen. Fazit: Wir kommen mit der Toyoto-Klein-Kabine zurecht. Gut, wir trippeln kleine Schrittchen vorwärts. Und machen schlussendlich einen großen Satz ZURÜCK an den Anfang unserer Überlegungen! Schlüssig und wiederholend, was wir von Anderen im Internet mehrfach gelesen haben, wertet ein Anbieter, dass der Iveco Daily das beste Allradfahrzeug derzeit ist. Mercedes kommt da mit aller Umbauerei längst nicht heran, was die Geländegängigkeit betrifft. Und das mit dem Reparaturnetz sei auch so eine Sache, denn die 4 x 4 – Umbauten werden von Mercedes nicht mitgehostet. Man fährt quasi eine Chimäre, einen Diener zweier Herren. Was in der Werkstatt zu sehr unangenehmen Komplikationen führen könne. Zudem seien die Mercedes-Modelle, die z.B. in Nordamerika fahren, ganz andere Modelle. Somit seien die Ersatzteile für die europäischen Modelle mitnichten vorrätig. Zur Kabine schlussfolgert er aufgrund unserer Wünsche, dass es zwar alles schön und gut sei, dass man sich im Platz beschränke. Aber die Zuladung sei das eigentliche Problem. Man kann nur 300 kg mitnehmen, um im Belastungsbereich des HZJ zu bleiben. Natürlich lassen sich 500 kg und mehr in der Kabine verstauen, aber dann fährt man permanent überlastet und Reparaturen lassen nicht lange auf sich warten. Beim Daily hat man 800 kg, sogar bis zu einer Tonne Zuladung – und das schon bei üppiger Grundausstattung mit 200 Liter Trinkwasser, 160 Liter Zusatz-Dieseltank etc.

Ergo: Wir landen wieder genau an dem Punkt, an dem wir vor dem ersten Besuch in Bad Kissingen waren! Es soll ein Iveco Daily 4 x 4 mit großer Kabine sein. Der anstrengende Umweg hat sich dennoch gelohnt, denn umso intensiver haben wir  das Für und Wider hinterfragt, müssen uns nicht nachher vorwerfen „Das hättet Ihr Euch ja vorher überlegen können…“, falls am Ende etwas nicht zur Zufriedenheit läuft. Die weitere Zeit nutzen wir für Details (Wasserfilter, Solarzellen, Kühlboxen) und fürs Hineinspazieren in einige der Mega-MAN-Modelle, um ein Gefühl für das Innendesign zu bekommen. Fazit: Inhaltlich passt in die Dicken auch nicht mehr hinein als Bett, Tisch, Küche und Bad, und das nur geringfügig größer als in kleineren Kabinen, der AHA-Effekt bleibt aus. Zum Schluss besuchen wir Herrn Köllmayer von Exploryx, von dem uns bereits ein Angebot vorliegt, und sprechen über ein paar Details. Danach trollen wir uns, völlig erledigt von all‘ den auf uns einströmenden Informationen.

Was zuvor geschah:  Seitdem wir 2014 aus den USA zurück sind, blättern wir die Kataloge der ausgebauten Kastenwagen durch, die wir auf der Caravan-Messe in Düsseldorf gesammelt haben. Und damit öffnen wir die Büchse der Pandorra. Dem Internet sei Dank, können wir jede fixe Idee gleich verfolgen. Wir vergucken uns in den Fuso von Mitsubishi, ein LkW, der überall auf der Welt zu tausenden im Einsatz ist und jüngst in die Mercedes-Familie eingegliedert wurde.

Erster, konkreter Akt aber ist der Besuch bei Alpha-Cab eines schönen Donnerstags im April mit gemischtem Ergebnis. Zweiter Akt: Besuch bei Woelcke, vor allem, weil er verschiedene Fuso-Kabinen im Portfolio hat. Es sind leider nur Kabinen im Teilausbau vor Ort, keine einzige fertige. Deshalb wird auch hier hauptsächlich über das Chassis diskutiert. Nicht diskutabel ist die Lieferzeit: 2 Jahre. Wir vertiefen das Thema nicht weiter. Dritter Akt: Besuch bei Bimobil. Eindruck: große Firma, fast riesig, viele Musterautos. Der Fuso verliert bei uns an Popularität, Iveco gewinnt, Mercedes wird weiter kritisch beäugt. Am Ende werden wir eingeladen, in zwei Wochen beim Probefahren in der Kiesgrube teilzunehmen. Das Angebot nehmen wir an, obwohl wir eigentlich so mitten in der Haupt-Geschäftssaison zeitlich sehr angespannt sind. Der Iveco Daily 4 x 4 geht als absoluter Sieger aus dem Regentag im Matsch hervor! Mercedes ist der Looser, da zwei Autos versenkt werden und herausgezogen werden müssen. Da der finnische Kunde, dessen Iveco-Modell wir als Muster begutachten können. In den nächsten Tagen investieren wir jede freie Minute zu Hause in die Planung der Kabine, des Grundrisses und der konkreten Ausstattung. Mit der daraus resultierenden Aufstellung bitten wir um ein Angebot von Bimobil. Das kommt 10 Werktage später mit einem dicken Fehler (auf den Bruttopreis ist doppelt die Mehrwertsteuer draufgerechnet) und vielen kleinen. Schade, die Beratung bisher war top. Das korrigierte Angebot kommt einige Tage darauf. Fazit: Sobald man vom Grundmodell abweicht, ist der attraktive Standardpreis rasch deutlich überschritten.

Jede freie Minute nutzt HP zum Recherchieren im Internet. Ich tue mich da mitten in der Hauptsaison schwerer – und nehme daher abends meist nur die Zusammenfassung auf. Zwei Iveco-Fahrer, die derzeit in Afrika unterwegs sind, melden sich per Email und tragen Antworten zu unseren Fragen bei. Über Reiseberichte, Blogs etc. kommen jede Menge Denkansätze zusammen, was man alles ins Kalkül ziehen könnte, auf was man achten sollte etc. Alle sagen unisono: Gefährt muss so niedrig wie möglich sein. Damit steht der Alkoven zur Disposition, der uns bei Bimobil jedoch so ausnehmend gut gefällt, weil Sitzbereich, Küche, Staumöglichkeiten etc. um Potenzen größer werden, wenn man die große Bettfläche aus dem Grundriss „heraus“ hat. Aber jeder rät einem von 3,60 m Fahrzeughöhe ab. HP zweifelt und zweifelt. Bei einer der Kommunikationsrunden taucht der Tipp auf, doch mal Exploryx in Isny zu kontaktieren, eine gute Stunde von hier gelegen. HP ruft an und bekommt spontan am übernächsten Tag (Mittwoch) einen Termin, weil ein anderer Kunde abgesagt hat. Wunderbar, wir fahren vor allem deshalb hin, um die Frage „Alkoven ja oder nein“ zu klären. Herr Köllmayer ist kompetent, fasst alles sehr umfassend und schnell auf, wir sind positiv angetan. Die Betriebsräume sind ordentlich und bieten uns die Möglichkeit, in die im Bau befindliche Iveco-Kabine eines Bayern hineinzuschauen. Sehr schöner Grundriss. Alkoven! HP fasst den Entschluss: Alkoven ist um so vieles besser von Innen, dass man die Nachteile außen akzeptieren kann/muss. Ich war sowieso für den Alkoven, weil die Kabine in jedem, auch kleineren Fall, riesig ist und bestimmte Straßen und Wege für uns ohnehin nicht passierbar sein werden. Nicht mit und nicht ohne Alkoven. Deshalb macht für mich die Beschränkung auf eine Kabine mit Verschiebe-Bett keinen Sinn. Wir modifizieren die Musterkabine etwas und bitten Exploryx, uns ein Angebot zu schicken. Das trifft zwei Tage später ein, mit Grundriss-Vorschlag für uns. Perfekt und korrekt!

Am nächsten, zur Verfügung stehenden Sonntag brüten wir über dem Grundriss. Die Idee, den Eingangsbereich als Dusche zu nutzen, bringt den Durchbruch. So wird die Kabine optimal! Großes Staufach innen für Fahrräder und viel mehr. Hecksitzgruppe. Lange Küchenfläche. Zusätzlicher Backofen. Schränke in ausreichender Zahl (ich finde: knapp, HP findet: üppig). Wir zeichnen und erstellen Listen, schicken sie an Exploryx, ob ein Grundriss in dieser Form überhaupt möglich sei? Es kommt zwei Tage später die Antwort: ja, geht alles. Wunderbar: Wir brauchen einen Termin. Bekommen wir, am Donnerstag Nachmittag um 16 Uhr. Herr Köllmayer hat unseren Vorschlag bereits am PC gezeichnet und einen Ausdruck geplottet. Perfekt! Bis 20 Uhr brüten wir gemeinsam über dem Grundriss und modifizieren einiges. Das neue Angebot kommt am Montag vor Bad Kissingen. Wir gucken es sogleich durch und stellen drei klitzekleine Fragen, aber die gehen in den Messevorbereitungen unter. Kein Problem, dafür haben wir Verständnis. Und dann folgt unser Messe-Abenteuer (siehe oben). Weiterlesen

GPS in der Praxis

Mit Garmin und Co. unterwegs

Wir verwalten unsere Tracks zum Wandern am PC im Programm BaseCamp von Garmin. Als Kartengrundlage verwenden wir digitale Topografische Karten von National Geographic oder kostenfreie Karten auf Basis von OSM (Open Street Maps). Unterwegs nutzen wir derzeit ein Garmin Oregon 400 mit Kartenfunktion. Wer die Routen oder Tracks als Orientierungshilfe nutzen möchte, kann alle beiliegenden GPS-Daten ins Basecamp kopieren.

Zur Vorbereitung wählen wir als Basiskarte die Kartenausschnitte, die wir bereisen und übertragen sie auf das Garmin Oregon, das hierzu mittels USB temporär mit dem PC verbunden wird. Mit dem Programm MapInstall von Garmin ist der Prozess recht einfach.

Anschließend selektieren wir im BaseCamp die gewünschten Tracks, Routen und/oder Wegpunkte und übertragen sie auch auf das Garmin – ebenfalls sehr einfach durchzuführen. Aber Achtung: Wenn Sie zu viele Daten auswählen, droht auf dem kleinen Display schnell Unübersichtlichkeit.

Allgemeine GPS-Theorie

Man benötigt drei Satelliten für eine Positionsbestimmung inkl. der Höhe. Je mehr Satelliten Sie am Firmament empfangen, desto genauer ist die Positionsbestimmung. In der Praxis bewegen Sie sich mit 3-5 m, manchmal mit bis zu 15 m Toleranz. In Canyons, im Wald oder unter bewölktem Himmel verschlechtert sich die Positionierung bis hin zum Verlust des Signals.

Darstellung eines Wegpunkts: Es gibt leider verschiedene Darstellungsmöglichkeiten der Position. Besonders verbreitet sind das NAD83/WGS84 und das UTM Gitter. Wir verwenden ausschließlich NAD83/WGS84 Koordinaten im Format Grad, Minuten und Sekunden. Achten Sie immer genau darauf, dass das richtige Format eingestellt ist!

Die Position eines Punktes, hier am Beispiel des Sunset Arch, kann so ausgedrückt werden:

WGS84 in Grad, Minuten, Sekunden:
37° 22‘ 33.0“N – 111° 02‘ 54.0“W

WGS84 in Grad, Minuten:
37° 22.550‘N – 111° 02.900‘W

UTM: 12 S 495721 4136567

Die Formate können z. B. mit dem Programm Basecamp von Garmin umgewandelt werden.

Der Track: Ein so genannter Track ist eine Abfolge von Trackpunkten, die z. B. in einem bestimmten Zeitintervall oder nach einem bestimmten Grad der Richtungsänderung aufgezeichnet werden. Der Track gibt die tatsächlich zurückgelegte Strecke inklusive aller GPS-Ungenauigkeiten infolge z. B. schlechten Satellitenempfangs und falscher oder ungeschickter Streckenwahl wider.
Eine Route anlegen: Aus einem Track kann man automatisch oder manuell eine Route durch Festlegung einer Anzahl von Wegpunkten an entscheidenden Stellen der Strecke, z. B. Kreuzungen, erstellen Die gerade Verbindungslinie dieser Wegpunkte ist die Route. Eine Route ist immer kürzer als der tatsächliche Track und enthält deutlich weniger Punkte.

Bevor Sie starten, schalten Sie das Garmin an, Positionsfindung abwarten, Ziel auswählen und los geht‘s. So ist garantiert, dass der Track aufgezeichnet wird – ein Sicherheitsseil im Fall der Fälle, dass man in Schwierigkeiten kommt und den Weg zurückfinden muss.

Anfahrt

Die Anfahrt ist hinsichtlich der Streckenfindung noch einfach, da fast immer eine Straße oder Piste vorhanden ist und man nur an wenigen Kreuzungen Entscheidungen zu treffen hat. Kritische Abzweigungen haben wir als Extra-Wegpunkt aufgeführt. Wenn Sie einmal keine explizite Anfahrtsbeschreibung haben: Ein routingfähiges Navigationsgerät auf Basis von Strassenkarten (z. B. von TomTom oder Garmin) hat uns immer erstaunlich weit gebracht, indem wir die GPS-Koordinaten des Trailheads als Ziel eingegeben haben. Aber! Je kleiner die Pisten werden, desto mehr Fehler liegen im Kartenmaterial verborgen. Straßen werden angezeigt, die schon lange keine mehr sind. Andere Straßen waren noch nie existent, höchstens in Planung. Also immer die Routenanweisungen kritisch hinterfragen!

Die Straßenzustände der ungeteerten Dirt Roads können sich von Jahr zu Jahr und vor allem nach Regenfällen gravierend ändern. Vor allem die Lehmpisten sind in trockenem Zustand oft sehr gut befahrbar, verwandeln sich aber bei Nässe in absolut unpassierbare Rutschpartien. Wenn man die Lehmstraßen bislang nur trocken erlebt hat, vermag man den Grad der Veränderung kaum zu glauben. So schaffen wir es nur mit äußerster Mühe mit einem Dodge Ram 4 x 4 nach einem Tag Dauerregen und Schneefall vom Wire Pass Trailhead zurück zum Hwy # 89. Bei Trockenheit legen selbst normale Wohnmobile diese Strecke zurück…

Um bösen Überraschungen vorzubeugen, hört und liest man allenthalben: Informieren Sie sich über den Straßenzustand, bevor Sie einen Weg einschlagen. Leider machen wir oft die Erfahrung, dass vor Ort kaum hilfreiche Informationen zu erhalten sind. Die Daten sind nicht aktuell, sondern Wochen alt. Handelt es sich bei den Befragten um Volunteers, die selbst erst seit Kurzem und nur befristet in einem Gebiet die Besucher betreuen, kennen sie die Strecken oft selber nicht, sind sie noch nie gefahren oder haben gar noch nie davon gehört. So bleibt trotz des stets guten Willens vorheriger Erkundigungen (z. B. in Visitor Centern) immer die Unsicherheit zurück, ob wir einen Trailhead erreichen können oder nicht. Deshalb bleibt oft nichts, als sich einfach selbst im Try and Error Verfahren ein Bild von der Lage zu machen. Mit unseren Angaben (4 WD, HC, 2 WD) versuchen wir, Ihnen diese Einschätzung zu erleichtern. Also nicht den Mut verlieren und die Angaben nicht als unverrückbar ansehen, sondern: mit Vernunft ausprobieren und auch mal bereit sein, bei unerwartet schlechtem Straßenzustand oder herannahendem Unwetter umzudrehen!

Für viele der im Folgenden beschriebenen Routen in der Paria Canyon – Vermilion Cliffs Wilderness und im Grand Staircase Escalante National Monument ist ein einigermaßen geländegängiges Fahrzeug wie ein Midsize oder Fullsize SUV die Minimalanforderung. Wer mit einem normalen PkW oder Wohnmobil unterwegs ist, hat die Möglichkeit, sich in den umliegenden Orten (siehe nächstes Kapitel) einen Jeep zu mieten oder an einer geführten Tour teilzunehmen.

Um Ihnen Mut zu machen: Wir haben es geschafft, auf insgesamt rund 80.000 km Fahrtstrecke auf unseren 15 Monaten USA keinen einzigen (Reifen-)Schaden zu produzieren und uns kein einziges Mal festzufahren! Das schließt natürlich auch das Gebiet ein, von dem nun die Rede sein soll.

Wandern

Am Trailhead geht es per Pedes los, manchmal ist noch ein Weg vorhanden, manchmal geht auch ohne erkennbaren Weg über Slickrock oder selten beschrittene Pfade. Oft finden sich kleine Steinmännchen, sog. Cairns, die den Weg markieren. Natürlich kann man mit Karte und Kompass wandern, aber ein GPS-Gerät ist wirklich hilfreich und vor allem in unseren Augen das wichtigste Sicherheitsmerkmal, denn notfalls kann man den zurückgelegte Track zurück zum Aufo laufen. Aber auch ein GPS-Gerät allein birgt ein Sicherheitsrisiko im Falle eines Ausfalls, so dass man nie ohne ordentliches Kartenmaterial unterwegs sein sollte.

Einige GPS-Geräte bieten keine Kartenfunktion. Dann orientiert man sich in erster Linie am Pfeil, der die Richtung angibt und an der Entfernungsangabe zum nächsten Wegpunkt und hangelt sich dann vom Wegpunkt zu Wegpunkt entlang der Route bis zum Ziel. Wir navigieren immer mit der zoombaren Kartenfunktion des Garmin Oregon. Die direkte Route ist auf der Topomap des Geräts dargestellt, der aktuell gelaufene Track wird aufgezeichnet und ebenfalls dargestellt. Nun versuchen wir abhängig von der Geländesituation mit unserem Track möglichst nahe an der geplanten Route zu bleiben.

Meist ist der Weg unproblematisch und es gibt nur wenige entscheidende Punkte (z. B. Aufstieg, Abstieg, Kreuzung, Flußüberquerung), bei denen wir wieder expliziet ausweisen, wo wir das Hindernis erfolgreich überwunden haben. Wandern Sie aber nicht nur mit Blick auf das GPS-Gerät sondern richten Sie auch den Blick in die Natur und genießen Sie die eindrucksvolle Landschaft.

Was nimmt man mit auf eine Wanderung? Hier gibt es natürlich individuelle Anforderungen. Unser Überlebenspaket, das wir auf jeder Wanderung dabei haben, sieht folgendermaßen aus:
+ Wasserdichter Rucksack
+ GPS-Gerät mit Ersatzbatterien
+ Topografische Karte (und Kompass)
+ Kamera
+ Jacke
+ Taschenlampe
+ Streichhölzer/Feuerzeug
+ Erste-Hilfe Set mit Aludecke
+ Sonnenschutz
+ Wasser und Essen
+ Wanderstöcke
+ 5-10 m langes Seil
optional: Wading Boots

Für Otto-Normal-Wanderer wie uns ist das GSENM mit Tagestouren bis zu einem Limit von rund 30 Kilometern perfekt. Gibt es einen leidlich ausgetretenen Pfad, sind die 30 km ein reelles Pensum, ohne Pfad in einem zugewachsenen Flusstal kann die Fitnessgrenze auch bei 15 Kilometer liegen. Aber nicht der sportliche Ehrgeiz treibt uns an, sondern die Freude, attraktive geologische Formationen zu erreichen.

Beim Wandern im Grand Staircase Escalante National Monument bekommt man selten andere Besucher zu Gesicht. Das Areal ist so weitläufig, dass wir nach eigenen Berechnungen im Durchschnitt pro Tag 2,3 Personen begegnen, faktisch tagelang gar keinem. Diese Einsamkeit ist eine der schönsten Begleiterscheinungen einer langen Wanderung abseits der „beaten paths“, der „ausgetretenen Pfade“.

Haftungsausschluss: Wenn wir GPS-Daten und Erläuterungen angeben, sind diese zwar sorgfältig erhoben, dennoch können sich jederzeit Fehler und Ungenauigkeiten einschleichen. Nutzen Sie daher alle Informationen kritisch und auf eigene Gefahr. Die Autoren lehnen ausdrücklich die Haftung für jegliche Schäden oder Unfälle, die sich aus der Nutzung unserer Informationen, z.B. auch aufgrund mangelhafter oder fehlender Sicherheitshinweise, ergeben könnten, ab. Ebenso können wir keine Gewährleistung für die Aktualität, Vollständigkeit, und Qualität der bereitgestellten Informationen übernehmen, die in den Jahren 2009 bis 2014 erhoben wurden. Gerade Naturziele sind durch Wetter und Jahreszeiten ständigen Veränderungen unterworfen, Gesteinsbögen stürzen ein, Quellen trocknen aus etc. Weiterlesen

Übersicht unserer Reisen:

2010 USA 89 Tage Colorado, Utah, New Mexico, Arizona, Nevada, California 9548 mi 15296km
2011 USA 89 Tage 10229 mi 16387 km
2012 USA 90 Tage 12014 mi 19246 km
2013 USA 94 Tage 10962 mi 17561 km
2014 Deutschland 7 Tage Nordsee
2014 USA 75 Tage 9382 mi 15030 km
2015 Deutschland 10 Tage Ostsee und neue Bundesländer
2015 Kroatien 13 Tage Österreich, Slowenien, Kroatien
2016 Schweden 7 Tage Süd-Schweden
2016 Skandinavien 38 Tage Norwegen und Schweden
 2016 Italien  6 Tage  Südtirol
2017 USA und Canada 36 Tage Fall Color Tour
Nova Scotia, New Brunswick, Quebeck, Maine, New Hampshire, Vermont, New York, Pennsylvania, Delaware, Maryland, Virginia
4964 mi 7953 km
2017 Italien 4 Tage Sizilien

 

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