Wir / About us

Living Outdoors

Since our first trip to the States in 1992 we are transformed to the wild side of travelling. The first forays with backpacks in a tent opened our eyes to the fact, that there are fabulous landscapes left with their tremendous variety of plants and wildlife on this loveley planet, that humans have not yet remodeled for their own purposes. As often as possible (which was far too [ ... ] 

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2017 USA und Kanada

Fall Color Tour durch den amerikanischen Nordosten

Mitte September verschiffen wir unser Expeditionsmobil Willi nach Halifax und überführen es in 35 Tagen nach Washington…

Reiseroute



 Bedienung

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Zeitraum:  4. Oktober bis 8. November 2017, 35 Tage
Strecke:  8000 km, 228 km pro Tag
Bundesstaaten Kanada:  Nova Scotia, New Brunswick, Quebeck
Bundesstaaten USA:  Maine, New Hampshire, Vermont, New York, Pennsylvania, Delaware, Maryland, Virginia
Highlights:  Indian Summer an der Ostküste
 Cape Breton Highlands Nationalpark
 Hopewell Rocks und der Gezeitenwechsel in der Bay of Fundy
 Die endlosen Wälder von Maine um den Baxter State Park
 Überraschend schöne Wasserfälle im Bundesstaat New York
 Niagarafälle

Hier geht es zu unserem ausführlichen Reisebericht 2017

Download unserer Übernachtungsplätze als gezipptes gpx.file:  Übernachtungsplätze 2017

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USA 2014: Zum Schluss nochmal das Beste

Volle 15 Monate USA, 5. Etappe

 

Im Jahr 2014 treten wir die fünfte Etappe unserer insgesamt 15-monatigen Reise durch den Westen der USA an. Dass es die letzte Reise werden wird, ahnen wir bei Reiseantritt jedoch noch nicht. Im Gegenteil, wir wollen sogar statt der bisher je drei Monate vier bleiben und den Januar auf der Bahia California in Mexiko verbringen. Unterwegs sind wir wie immer in unserem eigenen, amerikanischen Wohnmobil. Unser Truck Camper ist eine Kombination aus einem 4 x 4 Allrad-Fahrzeug (Dodge Ram 2500) und einer Wohnkabine (Lance), die auf der Ladefläche mitfährt und jederzeit abgestellt werden kann. Diese „rollende Ferienwohnung“ im Kompaktformat lagern wir jedes Jahr in einem Storage (bewachtes Abstellgelände) für eine Monatsgebühr ein und hoffen, ihn dieses Jahr in Las Vegas unbeschädigt in Empfang nehmen zu können. Denn im Vorjahr ist unsere Unit leider ausgeraubt und stark beschädigt worden.

Unsere fünfte Reise in Folge führt uns mit unserer Hündin Trixie über die Sierra Nevada mit ihren traumhaften Bergseen weiter in den Yellowstone National Park, unserer Number One in Nordamerika. Wir verbringen wunderbare Tage mit Wölfen und Bären und erkunden einen Ausschnitt der Wind River Range. In Colorado schmeichelt die Herbstfärbung auf dem Peak ihrer Farbintensität unseren Augen, die Crystal Mill und Maroon Bells setzen Glanzpunkte. Wir machen zwei Mal die Gewässer des Lake Powells unsicher auf der Suche nach versteckt liegenden Gesteinsbögen, einmal im Kajak, einmal im Speedboat. In Utah fällt die Entscheidung, dass wir unser Wohnmobil verkaufen und die Reise verkürzen werden. Die folgenden Wochen gestalten wir als wunderschöne Abschiedstour, bei der wir viele der schönsten und besonders fotogenen Ziele im Grand Staircase Escalante National Monument und rund um Moab noch einmal besuchen – und dabei jede Menge Neues und bislang Unbekanntes entdecken. Der Verkauf unseres Autos mit Wohnkabine führt uns bis nach Kalifornien und zurück nach Utah mit den unnachahmlichen Canaan Mountains und dem Grand Canyon, bevor wir von Las Vegas aus nach Hause fliegen. Auf unserem Reisekonto können wir 504,6 Kilometer zu Fuß (15.075 Höhenmeter) und 9.382 Meilen Fahrtstrecke verbuchen.

Der nordamerikanische Kontinent hat uns verwandelt seit wir, ein kinderloses Ehepaar in den Vierzigern, vor rund 25 Jahren den ersten Fuß darauf gesetzt haben. Er hat Realität werden lassen, was wir nur aus Film und Fernsehen kannten. Menschenleere Landschaften, riesige Tierherden, Naturkräfte, die seit Jahrmillionen schalten und walten. Das Schutzgebietssystem der USA schafft die Gratwanderung, Natursehenswürdigkeiten leicht erreichbar für Alle zu erschließen und sie trotzdem – oder gerade deshalb – zu erhalten. Für uns ist das Wandern in der Natur auf der Suche nach schönen Fotomotiven die schönste Art, die berufsbedingt leer gesaugten Lebensbatterien wieder aufzufüllen. Wir möchten uns im Freien aufhalten, draußen unterwegs sein, spektakuläre Panoramen erleben, fantastische Felsformationen entdecken oder in tiefe Canyons eintauchen. Städte, Kunst und Kultur sind dagegen nicht unsere Welt. Deshalb laden wir Sie herzlich ein, uns auf eine Reise zu den fotogensten Natur-Highlights im Westen der USA zu begleiten. Lassen Sie sich verzaubern von Naturphänomenen, an denen man unbemerkt vorbeifährt, wenn man von ihrer Existenz nichts weiß. Lernen Sie gemeinsam mit uns versteckte Schätze kennen, die jede Reise um wunderschöne, exklusive Erlebnisse bereichern. Unsere Wanderungen sind für jeden aktiven und durchschnittlich fitten Menschen machbar und setzen weder Kletterkenntnisse noch extreme Kondition voraus.

 

Zeitraum:  14. September bis 27. November 2014, 75 Tage
Strecke:  15000 km, 200 km pro Tag
Bundesstaaten USA:  Nevada, Utah, Idaho, Wyoming, Colorado, Arizona, California
Highlights: Yellowstone und Grand Teton Nationalpark
Green River Lakes und Cirque of Towers in der Wind River Range
Fall Color in Colorado: Flat Tops Scenic Byway, Maroon Bells, San Juan Mountains bei Ridgway
Kanu- und Powerboot-Touren auf dem Lake Powell
San Rafael Swell an der Mexican Mountain Road
The Volcano im Grand Staircase Escalante National Monument
Adeii Eechi Cliffs
White Pocket, Coyote Buttes South und Coyote Buttes North (The Wave)
Hot Springs im Saline Valley
White Domes in den Canaan Mountains
The Subway im Zion National Park

 

Reiseroute

Bedienung

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Iveco Daily 4 x 4: Willy, our Rolling Home – RV – Camper

Our Rolling Home – RV – Camping Vehicle – Expedition Car

We call this green thing „Willy“, just because we like the name. Willy was manufactured by Iveco, related to Fiat, in 2015. The cabin was custom-made by www.exploryx.de in Germany in 2015/2016.

On board:
* 300 liters/ 80 gallons of freshwater
* 250 liters / 60 gallons of diesel
* 3 x solar panels á 110WP on the roof
* 3 x battle born lithium batteries á 100Ah
* propane stove & propane oven
* diesel heating system
* 200 PS
* 12 feet high, 19 feet long
* summary: We never need full Hook-Up…

Wohn-Expeditions-Mobil Willy

Willy ist ein moderner Iveco Daily 4 x 4 mit Euro 6 Motor, Baujahr 2015, die Kabine wurde von Exploryx in Isny 2015/2016 mit KCT-Fenstern gefertigt. Dank 300-Liter-Frischwassertank, 90 Liter Haupttank plus 160 Liter Dieselzusatztank, drei Solar-Paneelen mit je 110 Wp Leistung auf dem Dach, Gasherd und -backofen, Dieselheizung, Kühlschrank und Kühlbox sind wir für ca. 4 Wochen autark.

More offroad or more comfort?

If one makes the decision for a camper, you‘ll have to accept compromises. The main thing for us is to reach natural attractions, often tucked away deeply within the wilderness. Therefore we need 4 WD and High Clearance. But we are no real „offroaders“, who drive bad dirt roads just for fun. So we can carry some luxury like bikes and an inflatable Kajak with us to make the constant living in it more comfortable. Because of the Alcove with the bed inside, we are 20 cm higher than similar cabins of its type without that „nose“. We feel this extra height, if the road gets on an angle, so we are a little top heavy, but wind during driving is no problem.

 

Offroad oder Komfort

2015 standen wir vor der Frage: Wohnmobil oder Expeditionsmobil? Herausgekommen ist ein Wohnexpeditionsmobil. Denn wir sind keine echten Offroader, bei denen die Route das Ziel ist, sondern wir möchten einfach nur dahin kommen, wo wir hinmöchten. Ein paar Indoor-Tage zu Zweit in der Kabine sollten so komfortabel sein, dass wir uns weiterhin gut verstehen. Deshalb ist Willy mit 3,60 m rund 40 cm höher geraten als die meisten Iveco-Mobile und er weist keine Heckschräge auf. Dadurch haben wir Platz für einen 1,40 m (+10 cm) breiten Schlafalkoven und ein großes Staufach für zwei Fahrräder, Kajak, Tisch, Stühle und anderes Sperriges mehr. Die Neigung unseres Gefährts ist bei 3,60 m Gardemaß natürlich stärker als bei niedrigeren Aufbauten – und

damit auch der potentielle „Umfallpunkt“. Einen
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Übersicht unserer Reisen:

2010 USA 89 Tage Colorado, Utah, New Mexico, Arizona, Nevada, California 9548 mi 15296km
2011 USA 89 Tage 10229 mi 16387 km
2012 USA 90 Tage 12014 mi 19246 km
2013 USA 94 Tage 10962 mi 17561 km
2014 Deutschland 7 Tage Nordsee
2014 USA 75 Tage 9382 mi 15030 km
2015 Deutschland 10 Tage Ostsee und neue Bundesländer
2015 Kroatien 13 Tage Österreich, Slowenien, Kroatien
2016 Schweden 7 Tage Süd-Schweden
2016 Skandinavien 38 Tage Norwegen und Schweden
 2016 Italien  6 Tage  Südtirol
2017 USA und Canada 36 Tage Fall Color Tour
Nova Scotia, New Brunswick, Quebeck, Maine, New Hampshire, Vermont, New York, Pennsylvania, Delaware, Maryland, Virginia
4964 mi 7953 km
2017 Italien 4 Tage Sizilien

 

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2017 USA und Kanada – Reisebericht

Dienstag 3.10.2017 – Condor-Flug München-Halifax, Abflug 17:40

Norbert und Jola fahren uns zum Flughafen, wir liegen gut in der Zeit und ohne Trixie ist alles deutlich entspannter. Condor – und trotzdem klappt’s. Sogar mit leerem Sitzplatz in der Dreierbank. 20:40 Ortszeit planmäßige Landung, Shuttle-Transfer zur Mietwagenstation, Ford Escape übernehmen (tolles Teil), 22:30 Uhr Ortszeit Motel. Wie so oft entpuppt sich dies als schlichter Horror, Schlafkomfort wie auf einer Verkehrsinsel, in Fenstern und Türen klaffen Spalte, der Verkehrslärm aufjaulender Truck-Motoren trifft uns ungefiltert. Hoffentlich kommt Willy heile an!

Übernachtung: Blue Nose Inn

Mittwoch 4.10.2017 – Peggys Cove – Mahone Bay – Lunenburg

Um 7:00 Uhr sind wir beim Frühstück, das zwar ab 7:00 Uhr geöffnet haben soll, natürlich aber der Mitarbeiter erst um 7:15 aufmacht. I’m so sorry. Um 8:00 auf dem Weg zum IM Mathers Spediteur nach Dartmouth. Der hat die Papiere, dass unser Auto angekommen ist, aber noch keine finalen Papiere, die Dame will sie uns mailen. Wir sollen schon mal zum Zoll fahren und die Formalitäten erledigen. Machen wir, aber leider kann man ohne die Papiere nichts machen. Willy ist noch nicht vom Zoll inspiziert. Wann das geschieht, weiß niemand. Also sind wir um 9 Uhr fertig und nutzen den sonnigen Tag für eine kleine Rundtour auf der Lighthouse Route mit Mietwagen (ein komfortabler Ford Escape): Peggys Cove, Mahone Bay, Lunenburg. In Peggys Cove kommen wir gerade noch rechtzeitig, denn 30 Minuten nach unserer Ankunft kippen 17 Busse eine Ladung Kreuzfahrttouristen aus. Wir unterhalten uns mit einem Busfahrer, der meint, heute sei es richtig ruhig hier, gestern seien 11000 Besucher und 40 Busse gleichzeitig da gewesen. Wir fahren weiter an der Margaret Bay entlang nach Mahone Bay und Lunenburg. Die Landschaft erinnert an Skandinavien. An der Küste ist es recht besiedelt, was aber nicht so negativ auffällt wie in Norwegen. Etwas weg von der Küste dominiert unzugängliche, boreal anmutender Wald. Mahone Bay und Lunenburg sind nette Örtchen mit alten Holzhäusern. So historisch, wie das halt in Nordamerika möglich ist… Wir holen uns noch bei Sobey´s einen Softdrink und zwei Footlong Subs, die wir am Wright Lake verspeisen. Um 18 Uhr sind wir zurück am Hotel. Dort geht die Tür nicht auf, weil „accidently“ die Schlüsselkarte nur für eine Nacht aktiviert wurde. I’m so sorry. Wir holen eine neue. Im Zimmer ist ein Bett gemacht, eines nicht. Der einzige Becher ist entsorgt worden, einen neuen gab es nicht, somit bleibt die Kaffeemaschine nutzlos.

Übernachtung: Blue Nose Inn

Donnerstag, 5.10.2017 – Dollar Lake – Küste nordöstlich Halifax

Wir sind um 7:15 Uhr beim Frühstück, das wieder nicht fertig ist. Um 8:00 Uhr fahren wir los und wollen wieder zu IM Mathers, da gestern natürlich keine Papiere gemailt wurden. Doch kaum im Auto sitzend und 1 km gefahren, erhalten wir per Mail die unterzeichneten Frachtpapiere. Also drehen wir um und fahren zum Zoll. Die Inspektion ist erfolgt und wir haben zack zack den Stempel. Auf zum Hafen. Wir erhalten Visitor Kärtchen ans Revers und sind um 9:00 Uhr bei unserem Willy, der unversehrt als Erster in einer Reihe sehr gemischter Wohnmobile steht, von MAN-Size bis fast schrottreif. Mit zwei Autos fahren wir zu CAA (=AAA =ADAC) und holen Karten, Tourbooks und das letzte Campbook für ganz Canada. Dann gehts zum Großeinkauf inkl. Gasflasche zu Walmart, bevor wir zum Flughafen bzw. Motel mit angeschlossener Automietstation von National Car fahren und um 13 Uhr den Mietwagen nach 397 km zurückgeben. Dann sind wir „on the road“. Wir umrunden den Flughafen und fahren durch den Wald bis zum Dollar Lake. Dort füllen wir kostenlos 300 l frisches Wasser ein. Schön ist es dort, also fahren wir noch zum See und ich springe ins kühle Nass. Wir fahren entlang des Musquodoboit River zurück zum Atlantik und biegen auf die holprige Strasse Richtung Sheets Harbour ab. Die Strecke ist nicht spektakulär, aber ganz nett. In Sheets Harbour füllen wir den Tank mit 171,4 l Diesel und machen uns auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz. Am Ozean ist das schwierig, da jeder Weg zu einem Haus führt. Also biegen wir bei Port Dufferin in die Berge ab und stehen um 17.30 Uhr an einer Waldlichtung mit gutem Blick über die endlosen Wälder. Wir räumen noch 1 Std um, sind aber ziemlich fertig wegen Jetlag und fallen nach dem Essen sogleich ins Bett.

Übernachtung: Port Dufferin im Wald

Ein paar Worte zu Willy’s Schiffstransport:
Erster Tag: Spedition um 8:30 Uhr, händigt uns sogleich die „cargo documents“ aus, muss aber die „delivery documents“ per Email nachreichen, soll 1-2 h dauern; sogleich Fahrt zum Zoll, 9:15 Uhr; zur Zollabfertigung fehlt die „inspection“; wann die denn erfolge? „Can take one days or three, depends on the amount of work“; da Zoll-Beamte erfahrungsgemäß immer fürchterlich viel zu tun haben, verlassen wir Halifax Richtung Südküste, Peggys Cove, Lunenburg zum Siteseeing (nicht Sightseeing!), Städtchen und Historie zum Eingewöhnen.
Zweiter Tag: Von der Spedition ist keine Email da, natürlich nicht; in dem Moment aber, da wir das Motel-Gelände verlassen (Halelujah!), ploppt mit dem letzten Verbindungsfaden Wifi die Email mit den Delivery-Papieren auf; also gleich zum Zoll! In 5 Minuten ist alles abgestempelt, ein paar Fragen zum Wohin und Warum, ob wir Waffen und Drogen geladen haben – na klar! – und ab zum Hafen; schon vom Zubringer aus sehen wir unseren Grünen im Hafengelände stehen; die Dokumente digital per Email werden nicht akzeptiert, wir müssen sie ausdrucken lassen und finden Hilfe im Hafengelände, Glück gehabt; ein Ausdruck und ein paar Stempel später, umrunden wir unseren Willy zur Kontrolle auf mögliche Schäden; alles in Ordnung, die Autos wurden alle unter Deck transportiert, nur Container sind auf Deck; ein paar Fotos und Handgriffe, starten, Hafengelände verlassen. We are on the road! Nie mehr Motel, was für eine Perspektive! Großeinkauf beim Walmart inklusive Gasflasche, Tanken, Kartenmaterial beim kanadischen Automobilclub CAA; am späten Nachmittag sind wir raus aus Halifax gen Norden: DIE REISE BEGINNT!

Freitag 6.10.2017 – Sherbrooke – Lochiel Lake – Cape Breton Island

Nach 10,5 Std. Schlaf stehen wir um 7:40 Uhr auf, räumen nochmal 0,5 Std. um und frühstücken ausgiebig. Dann holpern wir weiter auf der # 7 nach Sherbrooke, wo Tanja geräucherten Lachs für $ 12 ersteht. Die Straßen sind aktuell deutlich schlechter als in den USA, der Teer ist rissig und zerbröselt inkl. Schlaglöcher. Zudem klaffen zwischen den Abschnitten, die offenbar beim Teeren entstanden sind, „Dehnungsfugen“, die sich zu kleinen Gräben ausweiten und die Willy nicht ausgleichen kann, so dass wir jedes Mal „durchschlagen“. Wir fahren entlang des St. Marys River Richtung Antigonish. Die Strecke ist nett mit schöner Herbstfärbung am Lochiel Lake. In Antigonish fahren wir auf den Highway nach Cape Breton Island. Wir biegen gleich links ab und stoppen bei Craigmoore für einen Cacao mit Cinnamon Rolls. In Port Hood und Inverness laufen wir am Sandstrand entlang. Kurz hinter Inverness biegen wir auf Empfehlung von iOverlander auf eine Dirtroad entlang der Bay of St. Lawrence ab und finden nach einiger Strecke (ohne konkreten Tipp hätten wir aufgegeben) einen tollen Platz oberhalb des Ozeans. Wir montieren unseren Reservereifen wieder außen am Camper, unser kanadische Nachbar mit Pickup-Camper aus British Columbia hilft mit und wir tratschen ein bisschen. Der Generator, der während der Schiffsüberfahrt innen im Keller gefahren ist, zieht ins untere Staufach an seinen angestammten Platz um. Dann sitzen wir draußen und essen unseren Lachs mit Blick aufs Meer, bis die Sonne um 18:40 Uhr untergeht. Kaum im Camper, beginnt es leicht zu regnen.

Übernachtung: North of Inverness über dem Meer

Ein paar Worte zum Indian Summer: Da Wetter in Nova Scotia ist dieses Jahr ungewöhnlich mild und verzögert die Herbstfärbung laut Aussage mehrerer Einheimischer bislang um mehr als 14 Tage. Glück für uns! Und Irma sei Dank, in deren Fahrwasser offenbar immer noch golfwarme Luft in den Norden gesaugt wird. Wir laufen im T-Shirt und schwitzen, nachts bleiben die Fenster auf. Für die Reiseroute verschafft uns die herbstliche Verspätung Luft, selbst im äußersten Norden Nova Scotias, der Cape Breton Halbinsel, beginnt das Farbenschauspiel gerade erst.

Samstag, 7.10.2017 – Cape Breton Highlands National Park: Cabot Trail, Skyline Trail, Bog
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The Subway und North Pole [Zion National Park]

The Subway - Zion Nationalpark - Utah

Für die Wanderung zur Subway im Zion National Park benötigt man ein Permit, eine Tageserlaubnis, die im Visitor Center ausgestellt wird. Das tägliche Besucherlimit ist zu unserer herbstlichen Reisezeit in der Regel nicht ausgeschöpft. In der Nacht vor der Wanderung zur Subway übernachten wir am Squirrel Canyon Trailhead nahe Hildale. Als Abkürzung in den Zion National Park hat sich H.P. die Dirt Road um den Smithonian Butte ausgeguckt. Die Straße ist anfangs ein landwirtschaftlicher Weg, im Mittelteil wird sie breit und gegravelt, das letzte Stück den Berg hinab ist miserabel, steil, mit losem Geröll und tiefen Rinnen. Aber wir kommen durch und sparen uns rund 80 km Umweg. Am Booth des Zion National Parks sagt man uns, das Backcountry Office habe ab 8 Uhr geöffnet, wir sind von frühestens 9 Uhr ausgegangen. Da es 8:15 Uhr Ortszeit ist, beeilen wir uns, im Visitor Center anzukommen. Hier erwartet uns leider eine Schlange an Interessenten für die Tagespermits zur Subway, aber wir bekommen für $ 10  zwei Tickets für den heutigen Tag. Um 8:45 Uhr sitzen wir wieder im Auto und beeilen uns zum North Fork Trailhead an der Kolob Reservoir Road. Um kurz nach 9 Uhr sind wir als viertes Auto vor Ort, packen den Rucksack, putzen die Weitwinkel-Kamera und frühstücken parallel. Um 10 Uhr sind wir auf der Strecke und haben rund sieben Stunden Zeit bis Sonnenuntergang.

Ich gebe mein Bestes, um zügig voranzukommen, denn die Zeitangaben im Internet für die Wanderung hin und zurück zur Subway belaufen sich auf 8 bis 10 Stunden. Wir müssen also eine Stunde einsparen, was für HP als Fitterer von uns beiden ein Leichtes sein wird. Der Abstieg in Serpentinen zum Fluss hinab ist katastrophal, steil, geröllig, kein Schritt gleicht dem anderen. Ein Umstand, der sich auch in der Folge nicht bessert. Im Tal ist der Trail zwar ausgetretener als bei unserem ersten Besuch vor fünf Jahren, aber trotzdem lässt er seine Gäste über Steine springen, über Boulder klettern, die steilen Ufer hoch- und hinabsteigen. Anstrengend auf ganzer Linie. Trotzdem sind wir in zwei Stunden reiner Laufzeit an der Subway.

Wir sind genau zur richtigen Tageszeit da! Denn die Sonne muss in die große Felsröhre, die einem überdimensionalen Eiskanal gleicht, hineinscheinen. Natürlich ist der Zeitpunkt hierfür im Jahresverlauf extrem unterschiedlich aufgrund des sich verändernden Sonnenstands in Verlauf und Höhenkurve. Doch hier und heute haben wir Glück und H.P. gelingt es mit Stativ, das türkisblaue Leuchten der Pools einzufangen, wie man es auf Fotos im Internet findet. Die Uhr zeigt 14 Uhr (unserer Zeitrechnung), die Sonne steht genau in dem Winkel, dass sie die linke Wand des Felskanals beleuchtet. Hier wird das Licht reflektiert und auf die Pools projiziert. Durch dieses indirekte, sanfte Licht werden die unwirklich kräftigen und zugleich zarten Farben erzeugt. Wir teilen uns die Szenerie mit vier anderen Fotografierenden und vier Besuchern. Man arrangiert sich wunderbar mit der Foto-Richtung, um sich nicht gegenseitig im Motiv zu stehen. Angenehm, wenn man auf Gleichgesinnte trifft, die ähnlich ticken wie man selbst.

Dann nimmt H.P. Ziel Nummer Zwei in Angriff, den Aufstieg aus der Subway hinaus nach oben, um zum North Pole zu gelangen. Ein großes Stammstück mit Gabelungen hilft H.P. über das erste Steilstück der senkrechten Felswand hinweg, während ich den Stamm unten sichere. Er bekommt mit den Fingern Halt in den Felsen und kann sich nach oben ziehen. Ich werfe H.P. das Kletterseil hoch, damit er es in den Karabinern einfädeln kann, die andere in den Fels eingeschlagen haben. Damit zieht er Kamera und Stativ nach oben. Doch leider dauert es kaum 10 Minuten, bis er bereits zurückkommt. Der Weg erfordere einen Sprung über einen mehr als einen Meter breiten Abgrund mit schräger, glatter Landefläche auf der anderen Seite, berichtet er. Zu gefährlich, allein und ohne Sicheerung. Doch meine bessere Hälfte wäre mit mir nicht seelenverwandt, wenn er so schnell aufgeben würde. Er steigt noch eine Felskante höher und findet eine Traverse ohne Sprung, um den Canyon weiter entlangzulaufen. Ich warte derweil frierend unten im Wasser, obwohl ich in alle Schichten, Handschuhe und Mützen eingemummelt bin, die wir mithaben. Nach ca. 40 Minuten ist H.P. zurück, mit Fotos vom Northpole auf dem Chip. Geht doch. Allerdings habe das reflektierende Licht gänzlich gefehlt, berichtet er. Aber egal, H.P. hat es geschafft hinzukommen. Hut ab!

Der Rückweg mausert sich, wie zu erwarten, zur Quälerei. Trotz der langen Pause in der Subway, während der sich die Muskeln, Gelenke und Sehnen erholen konnten, gehen bei mir die Energiereserven zügig zur Neige. Die ständigen Kniebeugen, die Schrägen bei jedem Schritt, das Auf und Ab an den Ufern kosten Kraft. Der letzte Anstieg in Serpentinen bis zum Parkplatz hinauf, wirft unweigerlich die Frage auf: Why am I doing this? Wir stehen um Punkt 18 Uhr am Auto und begrüßen unsere Trixie, die die ganze Zeit im Camper warten musste. National Park: no pets! Auf der Hinfahrt hatten wir im Tal außerhalb des National Parks bereits Camp-Möglichkeiten ausgemacht. Wir nehmen gleich den ersten, leider sehr schmalen Abzweig, die Zweige kratzen an der Karosserie, aber am Ende erwartet uns eine riesige, ebene Fläche für uns allein.

Lage

The Subway liegt in Utah im Zion National Park an der Kolob Reservoir Road (also nicht im Main Valley, sondern im Westen, Startpunkt der Wanderung ist der North Fork Trailhead.

Unsere Bewertung

Attraktivität: *****
Foto-Optionen: *****
Aufwand: ****

Anfahrt

2 WD, Springdale: ca 20 mi

Wanderung

schwierig, 7 Std., 14,1 km, 480 hm

GPS-Daten

Left Fork Trailhead: 37°17‘05‘‘N 113°05‘45‘‘
Ausstieg aus dem Canyon: 37°17‘20‘‘N 113°05‘08‘‘
Left Fork North Creek Cascades: 37°18‘31‘‘N 113°03‘22‘‘
The Subway: 37°18’33“N 113°03’08“W

 Bildergalerie Subway and North Pole

 Bildergalerie Left Fork North Creek

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White Pocket [Arizona, G.S.E.N.M.]

Noch schöner als „The Wave“ und ohne Permit jederzeit erreichbar: Fußballfelsen und noch viel mehr

Namensgebend für die „White Pocket“-Region sind weiße Felsen, die wie Leder-Fußbälle in Fünf- bis Vielecken aneinandergenäht zu sein scheinen. Mit der Eindeutschung der Namen ist es so eine Sache. Spricht man nun von „der“, „die“ oder „das“ White Pocket, im Singular oder Plural? Egal wie – fahren Sie in jedem Fall hin! Kiefern schaffen es, in dem kargen Fels wasserführende Schichten zu erschließen, während die wassergefüllten Senken (tinajas) für die ansässige Tierwelt (z.B. Maultierhirsche) eine wertvolle Trinkwasser-Ressource bieten. In vielen von ihnen paddeln „shrimps“, kleine, wie Pfeilschwanzkrebse geformte, urzeitlich Krustentiere, die emsig das Wasser filtern. Das Areal „White Pocket“ bietet, anders als der Titel vermuten lässt, nicht nur weiße Felsen, sondern eine im wahrsten Sinne des Wortes quirlige Mischung aus Weiß, Rot und Orange infolge von Eisen- und anderen Mineralieneinlagerungen – nebst Spiegeleffekten, wenn jüngste Regenfälle die Senken gefüllt haben. Eyecatcher der besonderen Art sind Stellen, an denen unter der weißen Gesteinsschicht der Kayenta Formation von der Erosion orangerote Partien der Wingate Formation freigelegt werden. Eine festgelegte Route durch das Gebiet gibt es nicht. Man läuft auf eigene Faust und erkundet so viel, wie die Füße und Zeit es zulassen. Für ambitionierte Hobby-Fotografen reicht ein Tag im Grunde nicht aus. Da die ruppige Anfahrt jedoch wegen sandiger Passagen nur mit einem 4×4-Fahrzeug zu meistern ist, ist eine Übernachtung vor Ort einer zweiten Anfahrt vorzuziehen. Dafür erhalten Sie in der Paria Ranger Station oder im Escalante Visitor Center einen Backcountry-Permit.

Auch bei den White Pockets nutzen wir unsere vierte, dreimonatige Reise dazu, sie zum zweiten Mal zu besuchen. Die Beigeisterung finden wir auf gleich hohem Niveau bestätigt. Nur die Vegetation hat sich verändert. Während wir 2010 noch eine Kiefer fotografieren konnten, die sich im üppigen Nadelkleid in einer Wasserlache inmitten der weißen Patches spiegelte, kümmerte sie 2014 vor sich hin, war fast kahl. Ausbleibende Niederschläge sommers oder und winters bringen die Vegetation in diesen ohnehin kargen Regionen an die Grenze ihrer Belastbarkeit.

Link zu den Fotos, Infos und Beschreibungen zu White Pocket, Arizona, Grand Staircase Escalante National Monument, pdf.-Datei:
beitrag_white_pocket_gsenm

Auszüge aus dem Reisetagebucht, Mittwoch, 27.10.2010: „Der Tag beginnt wie „Täglich grüßt das Murmeltier“. Nach dem morgendlichen Prozedere fahren wir die House Rock Valley Road gen Süden und biegen in die Corral Valley Road ab – genau wie gestern zu den Coyote Buttes South. Erst an der Poverty Flat beginnt Neuland, da wir uns hier rechts halten. Kaum sind wir an der Abzweigung vorbei, steht ein Fahrzeug in der Kurve, daneben ein sportlicher Herr. HP kurbelt das Fenster herunter (sorry: er lässt kurbeln via elektrischem Fensterheber…). Der Herr stellt sich als Christian vor, Salzburger auf Sabbatical (freies Jahr vom Lehramt). Er sei mit seinem 2-WD-SUV ein Stück Richtung White Pocket gefahren, dann aber umgedreht, weil es ihm zu heikel wurde. Jetzt wolle er auf die älteren Herren von gestern warten, die er an den Coyote Buttes South getroffen habe und die heute auch ins White Pocket wollten. Ob er nicht stattdessen mit uns mitfahren wolle, fragen wir. Das sei wunderbar, erhalten wir als Antwort. Wir räumen unser Allerlei auf der Rückbank zusammen, damit Christian Platz hat – und fahren weiter.
Die Piste wird wirklich heftig. Mit einigen virtuosen Steinpassagen, die ebenso scharfkantig wie in alle Richtungen abgewinkelt sind. Und mit tiefen Sandpassagen (tief für unsere Anfängereinschätzung, für Sahara-Fahrer vermutlich ein „fester Pfad“). HP kommt jedoch überall gut durch – die Reifen drehen nicht durch. Allerdings geht es nicht ohne Schwung. An einem recht steil abfallenden Sandhang diskutieren wir, ob wir das Auto hier stehen lassen wollen, um nicht zu riskieren, beim Rückweg an der Steigung Schwierigkeiten zu bekommen. Die beiden Männer wiegeln ab: das klappt sicher… Und schließlich sind es noch gut 3 km bis zum Trailhead.
Dort angekommen, fangen die White Pockets sofort an: weiße Hügel, die wie halbe Fußbälle aus mehreckigen Patches zusammengesetzt sind. Eine außergewöhnliche und zugleich irgendwie „lustige“ Landschaft. Wir laufen aufs Geratewohl über die Felsen und passieren ganz andere Formationen: Verwerfungen in intensiven Farben, die Bänder, Rosetten etc. bilden. HP vergleicht sie „wie mit Zuckerguss überzogen“. Die Formationen sind sehr schön, bizarr und ihrer Farbintensität einfach zur zum Staunen. Aber nicht ganz so formenreich wie in den Coyote Buttes South. Dafür gibt es leichten Punktabzug, was bei den bereits erreichen Spitzenwerten gar nicht ins Gewicht fällt. Wir erkunden die eine Buttes-Kette und wandern über ein sandiges Tal dazwischen zur nächsten. Hier treffen wir Christian wieder, der gerne unseren Treff-Zeitpunkt von 13 Uhr auf 14 Uhr verschieben möchte, um noch auf einen Hügel hochzuklettern. Kein Problem, dann haben auch wir noch etwas mehr Zeit und müssen nicht „hetzen“. Der heutige Tag ist ohnehin um ein Vielfaches entspannter als gestern, wo uns vom Holzstückchen über die Grashalme, die im Wind konzentrische Kreise in den Sand malen, bis hin zu den Gesteinsfarben einfach alles in den Bann gezogen hat. Mit am Ende 800 Fotos an diesem Tag ist die Ausbeute dann auch etwas „geringer“ als gestern. Aber das entspannte Herumschlendern erhöht den Erholungs- und Genussfaktor. Zumal wir die ganze Zeit alleine unterwegs sind. Die älteren Herren von gestern sind inzwischen zwar auch eingetroffen, sowie ein österreichisches Ehepaar, das seit 44 Jahren in Arizona lebt – aber man trifft sich nur kurz. 95 % der Zeit haben wir die White Pockets für uns allein.
Gegen 14:30 Uhr treten wir die Rückfahrt an. Der Sand ist weicher geworden, weil er seit den Regenfällen vom Montag deutlich abgetrocknet ist. Die Reifen drehen das ein oder andere Mal durch. An dem kritischen Hang bleiben wir hängen (schönes Wortspiel…). HP lässt sich etwas zurückfallen – wieder ruckelt und zuckelt unser Dodge, bleibt aber schließlich stehen. Also nimmt HP von ganz unten Anlauf und versucht es mit richtig viel Schwung: Wir hoppeln nicht über die Bodenwellen, sondern wir springen förmlich – mit entsprechenden Schlägen in den Talfahrten. Wir müssen aufpassen, nicht mit dem Kopf das Autodach zu demolieren. Einen Gruß von den Stoßdämpfern. Aber: Wir schaffen es. Und der Dodge hätte kein 4WD-Auto werden sollen, wenn er das nicht aushält. Christian meint etwas verschreckt über HP‘s Fahrstil: Mit seinem eigenen Auto würde er das nicht machen. Hm, das ist aber unser eigenes Auto und kein Mietwagen… Aber egal: HP hievt uns über die Kuppe und damit ist die schlimmste Passage geschafft. Der Rest wird auch kein Zuckerschlecken für Pavement-Roadies, ist aber erträglich.
Wir setzen Christian gegen 16 Uhr an der Weggabelung an der Poverty Flat wieder ab und verabschieden uns. Zurück an der Corral Valley Road machen wir an „unserem alten Campingplatz“ Halt, auf dem wir letztes Jahr unser Zelt aufgeschlagen hatten und auf dem ich auch gerne Station für die jetzigen Tage bezogen hätte. Aber HP wollte am Montag nicht über den Süden anreisen, sondern über den Norden. Und so sind wir eben am Wire Pass Trailhead „hängen geblieben“. Wir machen uns ohne Umschweife auf den Weg zum Double Barrel Arch. Die Fotos werden besser als letztes Jahr, als wir Wolkenwetter hatten. Und: ein Stückchen weiter machen wir den Yoghurt Cone Arch ausfindig, den wir 2009 nicht gefunden hatten. Ein abgestorbener Baumstamm muss auch gleich noch als Fotomotiv herhalten: Wir machen mit Selbstauslöser ein paar Bilder von uns beiden gemeinsam.
Dann geht es auch das letzte Stück im Auto zurück „nach Hause“. Es gibt erstmalig Pfannkuchen. Dabei stelle ich fest, dass uns, trotz der inzwischen sehr guten Ausstattung noch etwas fehlt: ein Schneebesen. Aber es geht auch ohne: mit viel Rühren lässt sich die Klumpenbildung bekämpfen. Handarbeit eben, wie früher. Die ersten Trecker hatten auch keinen Schneebesen… Wir lassen es uns schmecken und HP summiert die Tagesstrecke: White Pocket plus Double Barrel und Yoghurt Cone Arch: 8 Kilometer.
Learned today: Felsen werden deshalb so oft mit Tieren wie „Bär“, „Schnecke“ oder „Elefant“ verglichen, weil ihre Konturen amorph sind. Menschengemachte Objekte sind geradlinig, rechtwinklig und entsprechen nicht der zufälligen, nicht berechenbaren, geschwungenen Formenwelt der Natur. Deshalb werden sie selten als Namensgeber herangezogen.
Auch bei den White Pockets nutzen wir unsere vierte, dreimonatige Reise 2014 dazu, sie zum zweiten Mal zu besuchen. Die Beigeisterung finden wir auf gleich hohem Niveau bestätigt. Nur die Vegetation hat sich verändert. Während wir 2010 noch eine Kiefer fotografieren konnten, die sich im üppigen Nadelkleid in einer Wasserlache inmitten der weißen Patches spiegelte, kümmerte sie 2014 vor sich hin, war fast kahl. Ausbleibende Niederschläge sommers oder und winters bringen die Vegetation in diesen ohnehin kargen Regionen an die Grenze ihrer Belastbarkeit.
Donnerstag 6.11.2014 – White Pocket: „Unter “unserem” Cottonwood am Paria River vor dem White House Campground verbringen wir eine gemischte Nacht mit langen Wachphasen. Obwohl weit entfernt, kann man Trucks hören, die auf der #89 fahren. Da wir um 10 Uhr in Kanab sein möchten, um für morgen ein Permit für die Coyote Buttes South zu bekommen, frühstücken wir nicht besonders ausgiebig. Die Fahrt übernehme ich, damit HP die Bilder der Lake Powell Fahrt herunterladen und notdürftig beschriften kann.
In Kanab angekommen, gibt es für den heutigen Tag noch genau ein Permit für eine Person, was uns nichts hilft. Also bewerben wir uns, wie geplant, für morgen, aber das erst ab 10 Uhr – das nimmt der BLM-Mitarbeiter genau. Da bis dahin eine halbe Stunde Zeit ist, tauschen wir beim Lebensmittelmarkt in Kanab unsere Gasflasche, die auf Gelb stand, und rufen bei McDonalds Emails ab. Um 10 $ ärmer, halten wir um 10:10 Uhr unsere blauen Permits für die CBS in der Hand – zwei Mitbewerber auch.
Die Fahrt über die asphaltierte Bergstraße über Jacob Lake zum Südeingang der Houserock Valley Road übernimmt HP, damit ich ein paar Reisenotizen nachholen kann. Die House Rock Valley Road von Süden ist in sehr gutem Zustand und wir erreichen den Abzweig hinter der Double-Barrel-Arch-Formation gegen 12 Uhr. „Unser“ Roundabout am Viehgatter ist diesmal frei. Anders als im November letzten Jahres, wo entlang der Strecke bei miserabelstem Schneewetter mitten in der Woche alle Plätze entlang der Strecke belegt waren. Gewisse Gesetzmäßigkeiten kann man einfach nicht verstehen. Wir laden unseren Camper sogleich ab und düsen mit dem Dodge alleine los, die Airbags über den Achsfedern geleert. Sonst stünde uns eine überaus harte, schlagkräftige Anfahrt bevor. Aber die wird es auch so…
Im Visitor Center hatte man uns empfohlen, nicht über Poverty Flat zu fahren, da der Sand zu tief sei, sondern der Corral Valley Road weiter zu folgen und über Pine Tree Pocket zu fahren. Brav tun wir das und finden die Anfahrt weniger schlimm als befürchtet. Der Sand ist zwar stellenweise tief, aber der Dodge macht seine Sache mit Schwung sehr gut. Kräftige Schläge bei Sandwellen inklusive. Ich donnere aber nur einmal mit der Schädeldecke unters Autodach, danach kralle ich mich am Türgriff fest. Man ist ja lernfähig. Da sich sandige und kiesige Passagen oder solche mit Steinplatten abwechseln, hat man immer wieder griffige Stellen, zu denen man sich hinüberretten kann. Die blödeste Stelle kommt kurz vor dem Trailhead-Parkplatz, wo HP zwischen engen Zäunen und Viehgattern die Geschwindigkeit rausnehmen muss. Für eine geführte Tour von Kanab aus, läuft es weniger gut. Sie stehen mit ihrem Toyota Landcruiser mit Alaska Kennzeichen samt Tourguide mitten auf der Straße mit Elektrikschaden. Was hat auch ein nordisches Auto in der prallen Sonne Arizonas/Utahs zu suchen? Wir treffen sie später wieder, um 17 Uhr, als sie mit einem neuen Wagen just White Pocket erreichen… Bis hier draußen Hilfe kommt, dauert es eben… Wir aber steigen um ca. 13:00 Uhr am Parkplatz vor der lockeren Holzbarriere aus und laufen die kurze Sandstrecke, bis wir das weiße Gestein der White-Pocket-Formation unter den Füßen haben.
Der erste Blick fällt auf die „gequirlten“ Strukturen, die unter der weißen Fußballschicht rotorange Felsflächen freilegen. Doch anders als beim ersten Besuch, stört mich das Durcheinander aus Kreisen und Kringeln, Wällen und Dellen nicht. Ich habe gelernt, die Landschaft zu lesen. Auch mit den Fotos tut man sich, einige Jahre Erfahrung später, deutlich leichter. Vordergrund suchen, Linien reinlaufen lassen, kleine Formationen vorne, große hinten. Dadurch macht die Kamera nicht mehr alle drei Sekunden „klickrrrkkk“, sondern deutlich seltener. Ich bewege mich mehr, sondiere die Motive. Aber trotzdem kommen an diesem Nachmittag bestimmt 300 Aufnahmen allein von mir zusammen. Am Faszinierendsten an den White Pockets finde ich eben diese: die weißen Fußball-Fünfecke. Diesmal machen wir auch mehrere derjenigen Stellen aus, an denen aus der weißen Deckschicht nur ein roter Fleck der darunter liegenden Schicht herauserodiert ist. Dafür fehlt die Wasserfläche, in der sich 2010 die einzige Kiefer des Areals gespiegelt hat. Das arme Ding sieht räudig und verdurstet aus. Ich frage HP, ob er denn nicht etwas Blasenwasser für die nadelarme Kiefer übrig hätte, nachdem er gestern geschätzte 12 Pinkelpausen eingelegt hat, aber er verneint. Und für mich schickt sich so was nicht, da bleibt man trotz allen Outdoorlebens erziehungsbedingt empfindlich.
Je näher der Sunset rückt, umso stärker werden die Schatten, die wir eher als störend empfinden. Die Kontraste werden zu hart, die Schlagschatten zu dominant. Wieder ein Beispiel dafür, dass Sonnenauf- und –untergang beim Fotografieren längst nicht der heilige Gral sind. Gegen 17 Uhr verlassen wir das kleine, aber mit Highlights voll gepackte Areal nach rund 6 km völlig freier Routenwahl und treten die Rückfahrt an. Und die wird keineswegs so „harmlos“ wie wir den Hinweg empfunden hatten, weil es über die langen, sandigen Passagen konstant bergauf geht. An etlichen Sandpassagen ruckelt unser Dodge ganz gehörig, weil die Reifen trotz 4 WD nicht packen. HP muss mit noch mehr Schwung fahren, was noch mehr Hoppser nach sich zieht, um es gelinde auszudrücken. Kurzum: Wir sind heilfroh, nach ca. 45 Minuten den abgestellten Camper heil erreicht zu haben.
Im Camper erwartet uns jedoch nicht der gewünschte Abend, sondern eine böse Überraschung. Über die geöffnete Badklappe, die kein Gitter mehr hat, sind Bienen ins Innere geflogen – offenbar, um sich an den Wassertropfen zu laben, die sich in Küche und Bad bieten. Jetzt hängen sie träge und gruppenweise an den Fenstern, einige ertrinken gerade in den Waschbecken. Für HP eine Katastrophe mit seiner Insektengift-Allergie. Er muss draußen warten, bis ich ca. 30 Bienen entfernt habe. Sie sind offenbar so erschöpft, dass keine fliegt oder sich wehrt. Sicherheitshalber hole ich das HP’s Notfallset gegen anaphylaktischen Schock aus dem Rucksack, den wir immer mit uns herumtragen, auf jeder Wanderung. Und beim Abendessen (Pizza aus der Pfanne) passiert genau das, was nicht passieren darf. Ich habe drei Bienen übersehen, die auf dem Fußboden in der schwarzen Schuhablage bei den Wasserflaschen sitzen. Eine krabbelt los – in HP’s Hosenbein. Er bemerkt den Eindringling, zieht das Hosenbein hoch – und schon ist der Stich gesetzt. Allerdings nur oberflächlich. Kein Stachel, kein Hinterleib. Wir drücken die Stichstelle kräftig aus, falls Gift eingedrungen ist. Danach beschäftige ich mich eingehend mit dem Notfallset, was wie genommen werden muss und wie der Fastjekt funktioniert. HP horcht in sich hinein und beobachtet sich selbst. Die Pizza ist kein Thema mehr, sie kühlt aus. Aber es bleibt alles normal, Herzschlag, Atmung, kein Grund zur Besorgnis. Das Notfallset wird nach ca. 30 Minuten Hochspannung wieder eingepackt, aber in Griffnähe belassen. Was folgt, ist eine gründlichste Kontrolle des Bettbereichs, damit sich hier keine Bienen verstecken. Wir suchen jede Decke, jedes Kissen quadratzentimerweise ab, heben alle Kisten hoch, checken die Bettränder usw. Es taucht kein gold-braun gestreiftes Insekt mehr auf – und wir legen uns erschöpft gegen 20:40 Uhr in die Federn. Die Bienen überleben die Aktion leider nicht. Obwohl ich sie mit Klopapier nach draußen gebracht und mit einem Tuch rausgeschnipst habe, liegen sie am nächsten Morgen alle tot im Sand. Was hat ihnen nur ihre Wassersuche gebracht? Arme Dinger!“
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Coyote Buttes South [Arizona, G.S.E.N.M.]

South statt North: Die beste Alternative zu „The Wave“ in den Coyote Buttes im Grand Staircase Escalante National Monument

Falls es Ihnen nicht gelingt, ein Ticket für die Wave in den Coyote Buttes North zu ergattern (siehe dortiger Beitrag), der muss nicht traurig sein. Es gibt eine wunderbare Alternative, die genauso begeistert und eine Fülle farbenfroher Gesteinsformationen enthält, die zum stundenlangen Erkunden einlädt. Die südlichen Nachbarn namens Coyote Buttes South offenbaren eine einmalig schöne Landschaft, für die Permits mit Stand 2014 leicht zu bekommen sind. Gerade zur herbstlichen Reisezeit bekommt man meist am Vortag ein Hiking-Permit für den nächsten Tag im Visitor Center in Kanab, ganz ohne Lotterie… Wir sind so fasziniert von der Formenvielfalt in den Coyote Buttes South, dass wir gleich mehrmals hinfahren, aber leider vom Wetterpech verfolgt werden. Übrigens braucht man für ein weiteres, fantastisches Erosionsgebiet GAR KEIN Permit. White Pocket (siehe Beitrag). Sie können also im Grand Staircase Escalante National Monument auch dann viele echte, herausragende Highlights erleben, wenn Sie nicht zur Wave können!

Link zu den Fotos, Infos und Beschreibungen zu den Coyote Buttes South, Arizona, Grand Staircase Escalante National Monument, pdf.-Datei:
beitrag_coyote_buttes_south_gsenm

Auszug aus dem Reisetagebuch, Dienstag, 26.10.2010: „Wir stehen bei Sonnenaufgang auf. Im Camper herrschen 40 ° Fahrenheit, draußen 32, rund 0 °C. Die Scheibe vom Dodge ist gefroren… Um 8 Uhr sitzen wir im Auto – den Camper haben wir gestern Abend noch „abgeladen“ (wir stehen oben an einer Wendeschleife am Trailhead zum Wire Pass). Da der Untergrund sehr aufgeweicht ist, haben wir große, flache Steine unter die Stützen gelegt. Es geht also flott los Richtung Coyote Buttes South. Bis ich H.P. nach ca. 1 Meile frage, ob er denn die Permits, die oben zur Mitnahme bereit auf der Computerablage lagen, eingesteckt habe. Oh Schreck, nein. Also fahren wir nochmal zurück, vorbei an einem Herrn, der an einem Corral gezeltet hat, und sich genau das denken muss, was passiert ist: Die haben was vergessen…

Mit den Permits ausgestattet, fahren wir konstant Richtung Süden. Die ersten Meilen auf der House Rock Valley Road sind noch ausgefahren und voller Mulden, doch dann wird es deutlich besser. Wir biegen ins Corral Valley ab – und die Straßenverhältnisse werden etwas schlechter. Die Ausschilderung ist quasi nicht vorhanden. Kein Wegweiser, der den Namen Coyote Buttes South oder White Pocket trägt. Lediglich 4-stellige Straßennummern weisen den Weg, auf die man gut aufpassen muss, um sie nicht zu übersehen. Nach dem zweiten Abbiegen beginnt die Sandpiste. Mit einem Mietwagen hätten wir sicherlich Bedenken bekommen. Aber unser „Dicker“ meistert die Passagen souverän – kein Grund zur Sorge. Die Bodenfreiheit passt auch bei den tiefer gegrabenen Sandspuren. Und der Vierradantrieb gleicht kleine Ungriffigkeiten im Sand mühelos aus. Die steinigen Passagen dazwischen sind lästig, weil man sie reifenschonend langsam fahren muss und es trotzdem hoppelt. An der Poverty Flat Ranch gibt es kurz Verwirrung, aber zwei amerikanische Jeeps fahren hinter uns, die uns bestätigen, dass wir links müssen. Sie dagegen geradeaus, weil sie zum White Pocket wollen. Gut zu wissen für morgen.

Nach ca. 75 Minuten Fahrzeit erreichen wir den Trailhead zu den Buttes. Er gleicht einem kleinen Zeltlager, denn es haben 6-7 Personen dort übernachtet. Alles ältere Herren, die es gemütlich angehen lassen. Wir satteln unsere sieben Sachen und kleben das Permit an die Windschutzscheibe – einen weiteren „tag“ nehmen wir mit. Da H.P. mir die Info gibt, die Tour geht „nur etwa 1 Kilometer vom Auto weg“, lasse ich unsere Snacks im Auto. Das Abenteuer beginnt nach kurzer Wegstrecke über bewachsene Dünen: Die Farbschichten der Felsen sind wirklich gigantisch. Gelb, Rot, Rosa und sogar Orange in satten Tönen wechseln sich lagen- und schichtweise ab, mal waagerecht, mal schräg, mal völlig „verquirlt“ und durcheinander. Die Felsformationen sind zu ihren Füßen bewachsen, so dass die Vegetation – und ihre abgestorbenen Wurzeln und Zweige – unzählige, zusätzliche Fotomotive bieten. Unsere beiden Kameras klicken ohne Unterlass. Leider ist bei meiner nach rund 350 Motiven, bei denen ich fast jedes Mal auf die Knie falle, die Akkukapazität erschöpft. H.P.‘s Nikon hält bis zum Foto Nr. 1000 wacker durch. Neben den Teepees (Hügeln) und ihren irren Farben bietet das Areal etliche Hoodoos in genauso schillernden Farben – und eine Formation, die bereits einen Vorgeschmack auf die „Wave“ gibt mit ihrer bobbahnähnlichen Form. Jedesmal, wenn wir um einen Teepee herum sind, fällt uns ein neues Ziel ins Auge. Und so laufen wir bis um 17 Uhr gute 10 Kilometer. Gewürzt wird die Strecke mit einer kleinen Schlange, die H.P.‘s Wanderschuhe um eine Fußbreit verfehlen. Und mit Rudertierchen oder Mini-Pfeilschwanzkrebsen, die die Wasserpfützen bevölkern – wundersam.

Unser Hunger ist entsprechend groß, als wir am Auto zurück sind, denn ich hatte ja alle Snacks im Auto gelassen – von wegen ein Kilometer. Doch erst wollen noch die 75 Minuten Rückfahrt gemeistert sein. Am Camper angekommen, bruzzeln wir sofort Würstchen mit Kartoffeln – und der Kohldampf lässt nach. Jetzt liegt noch die Sichtung der Bilder vor uns – ich habe nur eine ungefähre Vorahnung, wie lange das bei über 1200 Motiven dauern wird…“.

Vier Jahre später besuchen wir die Coyote Buttes erneut, diesmal mit einem deutlich größeren Erfahrungsschatz anderer Felsformationen im Gepäck, mit denen wir Vergleiche ziehen können.

Samstag, 8.11.2014: „Durch den starken Temperaturabfall in der Nacht, ist das Durchschlafen etwas kompliziert. Erst möchte man die Decken wegstrampeln, gegen Morgen fest um sich schnüren. In den Übergangsphasen ist man wach. Aber insgesamt ist es Schlaf genug für mich – für H.P. zu viel Herumliegerei. Wir frühstücken ausgiebig, denn heute stehen „nur“ die Coyote Buttes South auf dem Programm mit kalkulierten 2-3 Stunden.

Von wegen 2-3 Stunden, wir sind über fünf Stunden unterwegs. Die Anfahrt ist weniger sandig als gedacht, dafür mehr mit Steinristen durchsetzt. Es geht, wie gestern zum White Pocket, stetig abwärts, aber weniger stark als gestern, so dass es bei der Rückfahrt keine bösen Überraschungen geben sollte. Eine Sandpassage ist sehr lang, geschätzte 800 m, machbar mit genügend Schwung. Das blödeste Stück sind die letzten 50 m vor dem Trailhead-Parkplatz, wo es steil bergab durch Sand geht. Besser, man parkt die paar Meter vorher. Bevor wir’s richtig merken, sind wir aber schon unten und parken neben Zeltern und zwei anderen Wagen. Nach Permit-Kontrolle sieht das heute nicht aus.

Wir starten den Rundweg diesmal nach links. Doch da die Formationen hier höher und somit in anderen Gesteinsschichten liegen, sind sie weniger farbenfroh als weiter unten im Zentrum des Cottonwood Cove Gebiets. Anders ausgedrückt: die richtig interessanten Stellen sind im unteren Bereich und damit gleich zu Beginn, wenn man rechts herum läuft. Beim dritten Besuch (letztes Jahr waren wir erfolglos bei Regen da) kristallisiert sich das Typische der Cyote Buttes South heraus: Hoodoos und Half-and-Half-Stones. Charakteristisch sind viele, kleine Buttes. Verquirlte oder gestreifte Formationen gibt es natürlich auch, und das reichlich. Aber ich empfinde sie nicht als die herausragenden Elemente. Die Streifen und Bänder sind das Dominante der Coyote Buttes North, die verquirlten Farben, die vielen Hoodoos und bunten „Bienenkörbe“ charakterisieren die Coyote Butes South und die weißen Fußballdeckel sind das Markante der White Pocket.

Während wir umherstreifen auf der Suche nach lohnenden Fotomotiven – mit je 280 Fotos mäßigen wir uns im Gegensatz zum ersten Besuch 2010 gewaltig. Die Tage vor 5 Jahren haben mit 1200 Fotos zu Buche geschlagen. Wir passieren den Weired Rock, die kleine Wave und die glatt gestreifte Käseglocke, die uns aus 2010 noch sehr gut in Erinnerung sind. Und wir entdecken neue Elemente, inzwischen ziemlich durstig, denn wir haben keinen Rucksack auf den „Kurztripp“ von am Ende 8 km mitgenommen – gleicher Fehler. Wir begegnen drei weiteren Personen.Wir erreichen unser Auto gegen 15:30 Uhr und sind inzwischen überzeugt, dass kaum je ein Ranger die Mühsal auf sich nimmt, zu den Coyote Buttes South zu fahren.

Auf dem Rückweg nimmt HP die lange Sandpassage Am Beginn mit 30 mph, am Ende mit 5 mph. Unsere abgefahrenen Reifen haben einfach nicht mehr genug Grip. Wir holpern langsam über die steinigen Stellen und zwei Gatter später, vorbei an der Poverty Flat Ranch, sind wir zurück am Camper.“

Eine Erfahrung ganz anderer Art machen wir ein Jahr zuvor. Da wir in der Lotterie für die Coyote Buttes North per Internet glücklos geblieben sind, besorgen wir uns von Zuhause aus wenigstens ein Ticket für die Coyote Buttes South. Doch wir haben Pech mit dem Wetter und kommen zu dem Schluss, dass die frühe Reservierung eines ganz bestimmten Termins schlecht ist. Wir hätten uns besser vor Ort und Wetter abhängig kurzfristig ein Permit besorgt.

Donnerstag, 21.11.2013: „Nachts regnet es und bei mir keimt ein Hoffnungsschimmer auf, dass es tagsüber eine Wetterbesserung geben könnte, da es sich ja schon „abgeregnet“ hat. HP hat offenbar ein anderes Gefühl und lässt keine Eile aufkommen. Als wir um 8:45 Uhr loskommen, fällt die Wahl auf den Cottonwood Cove Entrance.

Um 9:30 Uhr kommen wir nach überwiegend ebener und mit 4 WD und High Clearance absolut problemlos zu bewältigender Fahrt am Trailhead an: als Einzige. Wo sind nur all‘ die Leute, die die 20 Permits für den heutigen Tag haben?! Dieses Lotterie-System ist ausgesprochen fragwürdig und bestraft all diejenigen, die es ernst meinen und wirklich hinwollen! Während der Hinfahrt scheint sogar die Sonne und so starten wir hoffnungsvoll gen Coyote Buttes South. Doch leider wird das Wetter immer schlechter. Wir – und die Buttes – stecken mitten in den Wolken. Als wir am Weired Hoodoo ankommen, tut sich über den North Teepees im Nordwesten eine Wolkenlücke auf. Deshalb warten wir ca. 20 Minuten – um bei einsetzendem Dauerregen gänzlich zu resignieren. Nicht nur, dass die prächtigen Farben der Buttes durch die Nässe weichgewaschen werden, jetzt spiegeln die Oberflächen auch noch und wirken grau-grün. Der Regen führt sofort zu kleinen Wasserfällen, die auch das letzte bisschen fotografische Ambition verrinnen lassen. HP zieht tapfer seine Runde durch und ich latsche verzweifelt hinterher: die Brille beschlägt, der Polfilter muss ständig von den Tropfen gereinigt werden, die Mütze leitet die Rinnsale in den Nacken ab, die Handschuhe werden feucht, die Finger klamm. Das hatte ich mir alles ein wenig freundlicher vorgestellt. Zurück am Auto sind wir enttäuscht, aber um eine Erfahrung reicher: Während wir im Death Valley, das wir immer im Regen besuchen (kein Scherz!) festgestellt haben, dass Nässe die Farbe der Steine intensiviert, löst er in den Coyote Buttes die Konturen auf. Alles wirkt verwaschen und trüb.

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